Poschner in Wien

Atemlos durch das Sinfonie-Finale

Das Bruckner Orchester Linz beschenkte den Wiener Musikverein mit einer bemerkenswerten Darbietung von Anton Bruckners 5. Sinfonie in B-Dur. Angeführt und ermutigt von Chefdirigent Markus Poschner begaben sich die Musiker voller Enthusiasmus an die Grenzen des berühmten Großen Musikvereinssaals.

Völlig aus dem Nichts kommend begann schon das Adagio des ersten Satzes mit fast nicht - aber eben doch - hörbarem Pizzicato der Celli und Bässe, ehe die restlichen Streicher feinstes Pianissimo beisteuerten. Nach wenigen Takten folgte die große Zäsur und ein aus allen Rohren schießendes Fortissimo stellte klar, dass an diesem Abend mit einer enormen dynamischen Bandbreite zu rechnen sein würde.

Lebhaftes Scherzo
Im zweiten Satz hauchte Poschner dem Orchester nochmals neues Leben ein, was in wunderbar organisch phrasierten Passagen resultierte - angemessen schwer und andächtig jedoch stets in Bewegung bleibend. Ohne Umschweife stürzte sich Poschner darauf in das lebhafte Scherzo und das Orchester folgte ihm willig. Im Dreivierteltakt tanzten sich die Streicher und Bläser als vereinter Klangkörper durch die vielen Tempowechsel und Generalpausen - auch im Pizzicato stets präzise. Völlig atemlos hinterließ die Zuhörer dann das Finale, in dem Poschner es verstand, die Dynamik der Streicher zu dosieren, die Spannung mit der Bassgruppe oder der Pauke wie an einem einzigen Faden hängen zu lassen und schließlich den epochalen Bläserchoral für sich selbst sprechen zu lassen.

Glücklich fuhr das Orchester wieder zurück nach Linz - doch es ist so gefragt, dass es im März und Juni erneut im Musikverein spielen wird!

Johann Wahlmüller

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