07.02.2019 11:10 |

Nach 32.000 Angriffen

Trump: „IS irgendwann nächste Woche besiegt“

US-Präsident Donald Trump hat sich ganz schön optimistisch geäußert, was den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien angeht. Seine Regierung werde „alles Notwendige tun, um jedes Gramm und jede letzte Person dieses IS-Wahnsinns zu besiegen“, sagte Trump am Mittwoch bei einer internationalen Großkonferenz zum Anti-IS-Kampf in Washington. „Irgendwann nächste Woche“ werde voraussichtlich offiziell verkündet, „dass wir 100 Prozent des Kalifats haben werden“, sagte Trump. Im Zeitraum von August 2014 bis Ende 2018 flog die internationale Anti-IS-Koalition unter der Führung der USA knapp 32.000 Luft- und Artillerieangriffe auf Stellungen des IS im Irak und in Syrien. Eine Forschungsgruppe am Londoner Goldsmiths College hat sämtliche Daten dazu in einer Grafik zusammengetragen und auf Twitter veröffentlicht (siehe Video oben).

Trump äußerte in seiner Rede die Erwartung, dass die Miliz schon in den nächsten Tagen ihre letzten Gebiete in Syrien und im Irak verlieren werde. Das US-Militär habe zusammen mit seinen Partnern in der Militärkoalition gegen den IS und den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) nahezu das gesamte ehemalige IS-Territorium in den beiden Ländern befreit.

Das „Kalifat“ hatte der IS 2014 ausgerufen. Trump betonte aber, dass auch nach einer völligen Rückeroberung dieser Gebiete die Miliz gefährlich bleibe. „Überreste - das ist alles was sie haben, Überreste - aber Überreste können sehr gefährlich sein“, sagte er über die IS-Kämpfer.

Kampf gegen Dschihadisten „nicht nur militärisch“
US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuvor bei der eintägigen Konferenz von 74 Staaten und fünf internationalen Organisationen hervorgehoben, dass sich die „Art des Kampfes“ gegen die Dschihadisten ändere. Der Kampf werde künftig „nicht unbedingt in erster Linie militärisch“ sein. Trump nannte die Bekämpfung der IS-Propaganda im Internet als einen Schwerpunkt.

Der US-Präsident hatte im Dezember bei internationalen Verbündeten wie auch bei US-Außen- und Verteidigungspolitikern seines eigenen Lagers mit seiner Ankündigung für Entsetzen gesorgt, alle 2000 in Syrien stationierten US-Soldaten abzuziehen. Er begründete dies damals damit, dass der Kampf gegen die Miliz „gewonnen“ sei - sein Verteidigungsminister Jim Mattis trat daraufhin aus Protest zurück. Schon in den vergangenen Wochen schwächte Trump aber seine Aussagen zum Truppenabzug und zum Stand des Kampfes gegen die Dschihadisten stark ab.

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