Do, 21. Februar 2019
18.01.2019 06:00

Tabuthema

Schmerz als Lustkiller

Viele Frauen klagen über Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Welche Ursachen dafür verantwortlich sein können und welche Maßnahmen dagegen helfen, erklärt Sexualmedizinerin Dr. Elia Bragagna. 

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind nach Orgasmusstörungen das dritthäufigste sexuelle Problem von Frauen. „Die meisten haben einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Sie berichten über verzweifelte Arztbesuche mit immer denselben Ergebnissen: Entweder werden hartnäckige, wiederkehrende Infektionen im Genitalbereich festgestellt oder, was als noch schlimmer empfunden wird, - nichts“, erklärt Sexualmedizinerin Dr. Elia Bragagna auf dem Online-Portal SexMedPedia.

Verschiedene Ursachen kommen in Frage
Stress, Missempfindungen im Intimbereich oder die Tage kurz vor der Menstruation - dies alles kann schnell dazu führen, dass die ansonsten „schönste Nebensache der Welt“ plötzlich unangenehm ist und wehtut. Organische Faktoren wie Infekte durch Pilze oder Bakterien, Entzündungen oder Verletzungen im Genitalbereich, Harnröhren- bzw. Blasenentzündungen, nachlassende Feuchtigkeitsproduktion der Scheidenschleimhaut, etwa als Folge eines sinkenden Östrogenspiegels, führen ebenso wie psychische Ursachen dazu, dass die Lust schnell zur Pein wird. „Beim genaueren Nachfragen gaben je ein Drittel der Frauen an, dass Sie eigentlich keine Lust auf Sex hätten oder aber, dass ihr Körper einfach nicht genug erregt sei, um im Genitalbereich feucht zu werden“, so Dr. Bragagna. Bleibt die Scheide zu trocken, wird durch die Bewegungen des Penis die sensible Schleimhaut wundgerieben. Dies bietet Keimen leicht die Möglichkeit, dort Entzündungen hervorzurufen. „Viele Frauen geben aber genau dann, wenn ihr Körper Zeit bräuchte, um sich zu erholen, dem Drängen des Mannes nach Sexualität nach. Dieser Geschlechtsverkehr erzeugt jedoch noch mehr Schmerzen“, gibt Dr. Bragagna zu bedenken.

Manchmal helfen schon einfache Maßnahmen
Die Behandlungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Ursachen selbst. Daher ist eine genaue ärztliche Abklärung unverzichtbar. Als Therapien reichen oft einfache Strategien wie Umstellung der Intimpflege, Vermeiden von Chemikalien, Anwendung feuchtigkeitsspendender Präparate oder weitere Hilfsmittel wie Beckenbodentraining. Manche Fälle erfordern jedoch die Verabreichung von Medikamenten (hormoneller Art, aber auch moderne Arzneien, die auf die Kraft der Natur setzen), bis hin zu einer operativen Korrektur. Doch nicht nur die körperlichen Ursachen gilt es zu behandeln. Um aus dem Teufelskreis - chronisch-schmerzhafter Geschlechtsverkehr, Angst vor den Beschwerden, daraus folgende Anspannung des Beckenbodens und Vermeidung von Sexualität - aussteigen zu können, eignet sich besonders die Sexualtherapie. Durch regelmäßig durchgeführte sinnliche Übungen lernen beide Partner, das alte, schmerzhafte Muster zu durchbrechen und durch eine neue angenehme Sexualität zu ersetzten. „Reden Sie offen mit Ihrem Partner darüber, was für Ihren Körper passend und angenehm ist und was nicht“, empfiehlt die Expertin.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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