01.01.2019 08:11 |

Manchester in Angst

„Allahu akbar“: Messerterror in der Silvesternacht

Bei einer Messerattacke im britischen Manchester sind am Silvesterabend drei Menschen verletzt worden. Ein Mann, eine Frau und ein Polizist wurden bei dem Angriff in der Nähe des Victoria-Bahnhofs verletzt, wie die britische Polizei mitteilte. Sicherheitskräfte konnten den mutmaßlichen Angreifer (siehe Video oben), der vor und nach der Tat mehrmals „Allahu akbar“ gerufen haben soll, überwältigen. Die britische Anti-Terror-Polizei übernahm die Ermittlungen.

Laut einem Augenzeugen ereignete sich der Angriff an einer Straßenbahnhaltestelle. „Ich hörte nur diesen bluterstickten Schrei und sah dann den Mann mit dem Küchenmesser in der Hand auf mich zukommen.“

Der Mann und die Frau, beide zwischen 50 und 60 Jahre alt, erlitten nach Polizeiangaben nicht lebensgefährliche Verletzungen. Die Frau wurde im Gesicht und am Bauch verletzt, der Mann erlitt Verletzungen am Bauch. Die beiden Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Polizist erlitt eine Stichverletzung an der Schulter.

Attacke mitten in der Stadt
Der Vorfall ereignete sich am Montagabend, während zahlreiche Feierlustige in Manchester dem neuen Jahr entgegenfieberten. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben einen Notruf kurz vor 21 Uhr (Ortszeit, 22 Uhr MEZ).

„Es war nur Angst“ 
Der Augenzeuge Sam Clack, ein Mitarbeiter des britischen Radiosenders BBC, schilderte seine Eindrücke des Vorfalls. Zunächst habe er einen „Furcht einflößenden Schrei“ gehört. Dann habe er gesehen, dass der mutmaßliche Täter auf ihn zulief. „Ich schaute nach unten und sah, dass er ein Küchenmesser mit einem schwarzen Griff und einer gut 30 Zentimeter langen Klinge hatte. Es war nur Angst, nackte Angst“, sagte Clack. Sicherheitskräfte hätten einen Elektroschocker und Pfefferspray gegen den Angreifer eingesetzt. Dann seien „sechs oder sieben“ Polizisten auf den Mann gesprungen.

Täter: „Solange ihr weiterhin andere Länder bombardiert ...“
Bei dem Angriff äußerte sich der Mann laut Clack auch zu seinen Motiven. „Solange ihr weiterhin andere Länder bombardiert, wird diese Art von Mist weiter passieren“, sagte der Verdächtige demnach. Laut der Zeitung „Manchester Evening News“ berichteten Augenzeugen auch, der Angreifer habe „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen.

Der Verdächtige wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte festgenommen. Die Polizei sprach von einem „kritischen Vorfall“. Nach Angaben des Vize-Polizeipräsidenten von Manchester, Rob Potts, hat die britische Anti-Terror-Polizei den Fall an sich gezogen. Zugleich betonte Potts, dass der Vorfall beendet sei. Es gebe vorerst keine Hinweise, dass eine größere Gefahr bestehe.

Manchester war 2017 Ziel eines Bombenanschlags
Die zentrale Silvesterparty in Manchester wurde trotz des Angriffs fortgesetzt. Allerdings wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Im Mai 2017 war Manchester Ziel eines Bombenanschlags. Der Selbstmordattentäter Salman Abedi, ein Brite mit libyschen Wurzeln, sprengte sich nach einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande in die Luft. Er riss 22 Menschen mit in den Tod, unter ihnen sieben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das jüngste Opfer war acht Jahre alt.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter