19.12.2018 06:42 |

Strohhalme etc.

„Deal!“: EU einig über Verbot von Einwegplastik

Vertreter der EU-Institutionen haben sich nach zwölfstündigen Verhandlungen am Mittwoch auf eine Reduktion von Einwegplastik geeinigt. Die vorläufige Einigung zwischen den EU-Staaten und dem Europaparlament gab die österreichische EU-Ratspräsidentschaft bekannt. „Deal! Ein großer Schritt gegen die Plastikverschmutzung“, twitterte Umweltministerin Elisabeth Köstinger. 

„Der Kampf gegen die Plastikplage ist eine der größten Aufgaben, die wir derzeit haben“, so Köstinger in einer Aussendung. Österreich hatte daher vor wenigen Wochen - als drittes EU-Land - ein Verbot von Kunststofftragetaschen ab 2020 angekündigt. Die nun erzielte Einigung auf EU-Ebene war seit Monaten verhandelt worden und wurde Mittwochfrüh positiv abgeschlossen. Bereits Ende Oktober hatten das EU-Parlament in Straßburg sowie die EU-Staaten in Brüssel ein Verkaufsverbot für Einwegkunststoffartikel beschlossen.

Produkte ohne Alternative sollen spürbar weniger werden
Verboten werden Produkte, für die es bereits nachhaltigere Alternativen zu Plastik gibt, darunter Wattestäbchen, Teller, Besteck, Strohhalme und Luftballonstäbe. Spürbar reduziert werden soll der Verbrauch von Produkten, für die es eine solche Alternative noch nicht gibt, etwa Plastikbecher und Lebensmittelverpackungen. Getränkebehälter dürfen nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn die Verschlüsse und Deckel am Behälter befestigt sind. Diese Regelung gilt fünf Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie.

Sammelquote von 90 Prozent bis 2029 angestrebt
Bestimmte Produkte mit einem gewissen Kunststoffgehalt zum einmaligen Gebrauch sollen gekennzeichnet werden und es muss auf negative Umweltauswirkungen hingewiesen werden. Darunter fallen Hygieneeinlagen, Trinkbecher und Feuchttücher. Hersteller von Kunststoffprodukten sollen künftig einen Beitrag zu den Kosten für das Sammeln und das Verwerten ihrer Produkte leisten. Ein weiterer Punkt der Einigung sind die Sammelquoten: Für Einwegkunststoffflaschen sieht die EU bis 2025 eine Sammelquote von 77 Prozent und bis 2029 von 90 Prozent vor. Die EU-Kommission hatte bereits im Mai vorgeschlagen, Wegwerfartikel aus Plastik zu verbieten. 

Jährlich gelangen zehn Millionen Tonnen Plastik ins Meer
Weit mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll verschmutzen bereits die Weltmeere - und jährlich kommen geschätzt weitere zehn Millionen Tonnen hinzu. Viele Plastikpartikel stammen von Schiffen und aus der Fischerei oder gelangen über kommunale Abwässer ins Meer, wie Mikroplastik aus Kleidung oder Kosmetikprodukten.

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