Do, 24. Jänner 2019

Brutal gestopft

13.12.2018 11:00

Das große Leid vieler Weihnachtsgänse

Weihnachten ist - neben Martini - ein traditioneller Anlass für die Österreicher, Gansl oder Ente zu essen. Doch was nur wenige Konsumenten wissen: Drei Viertel werden importiert, oft in Käfigen gehalten und brutal gestopft.

Drei Viertel der hierzulande konsumierten Gänse kommen aus dem Ausland, großteils aus Ungarn. Ungarn ist eines der Länder in Europa, in denen die brutale Stopfmast zur Gewinnung der Fettleber („Foie Gras“) noch erlaubt ist. Damit geht fast immer auch Käfighaltung einher. Die vor wenigen Monaten gestartete europäische Bürgerinitiative „End The Cage Age“ hat bereits 2über 250.000 Unterschriften gegen Käfighaltung in der EU gesammelt. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ gehört zu den über 140 Organisatoren der Initiative. „Gänse, die gestopft werden, werden fast immer auch in Käfigen gehalten“, sagt Kampagnenleiterin Martina Pluda. „Damit leiden sie doppelt: einerseits unter der grausamen Stopfmast, andererseits unter der beengten Haltung.

Käfighaltung ist in Österreich zu Recht verboten. Die Frage ist: Wollen die Österreicher wirklich importierte Tiere essen, die so gehalten wurden?“ Im Jahr 2017 wurden laut dem Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus insgesamt 1456 Tonnen geschlachtete unzerteilte Gänse (frisch und gefroren) importiert. Davon wurden 1406,1 Tonnen aus Ungarn eingeführt, 45,3 Tonnen aus Deutschland, 2,7 Tonnen aus Dänemark, 1,8 Tonnen aus Polen und 0,1 Tonnen aus Frankreich. Wie sieht Käfighaltung tatsächlich aus, und was sind die Folgen für das Tier? Martina Pluda: „Käfige sind normalerweise extrem klein, haben einen Gitterfußboden und bieten keine Liegestellen. Mit Ausnahme eines Wassertrogs sind sie meistens vollständig leer. Die Vögel entwickeln Haltungs- und Ganganomalien, verletzen sich an den Flügeln und bekommen wunde Stellen an den Füßen. Die Zwangsfütterung kann zu Entzündungen und weiteren Verletzungen der Speiseröhre führen – abgesehen davon, dass die Leber der armen Tiere auf das Zehnfache ihrer normalen Größe anschwillt, was natürlich gesundheitlicher Wahnsinn und äußerst qualvoll ist.“

Alle Tiere haben ein Recht auf ein Leben außerhalb von Käfigen
„Vier Pfoten“ hat gemeinsam mit über 140 Tier- und Umweltschutzorganisationen vor einigen Monaten die EU-weite Initiative „End The Cage Age“ gestartet. Bereits eine Viertelmillion Menschen haben bislang diese Petition unterschrieben. Ziel der Kampagne ist es, die Käfighaltung für Legehennen, Schweine (Kastenstand), Kaninchen, Gänse und Enten, Wachteln etc. EU-weit zu beenden. Martina Pluda erklärt: „Wir haben insgesamt ein Jahr Zeit, um eine Million Unterschriften zu sammeln. Wir fordern daher alle engagierten Bürger auf, uns zu unterstützen und die Petition zu unterschreiben. Alle Tiere, nicht nur Gänse und Enten, haben ein Recht auf ein Leben außerhalb von Käfigen. Schweine sollten in der Lage sein, sich ausreichend zu bewegen, Hühner sollten freilaufen und Kaninchen den Platz haben, um herum zu hoppeln. In der Käfighaltung ist das aber alles unmöglich. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen. Daher zählt wirklich jede Unterschrift. Unsere Forderung an die EU-Kommission ist klar: Beenden wir diese Grausamkeit!“

Informationen über die Kampagne und den Zugang zur Petition finden Sie HIER.

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