19.11.2018 15:45 |

Absurde Trump-Theorie

Warum Wälder in Finnland (angeblich) nicht brennen

US-Präsident Donald Trump hat mit absurden Äußerungen über die Finnen, die angeblich durch intensives Rechen Waldbrände verhindern, für eine gewisse Ratlosigkeit gesorgt. Bei einem Besuch in den Waldbrandgebieten in Kalifornien am Wochenende (siehe Video oben) hatte er den finnischen Präsidenten Sauli Niinistö mit den Worten zitiert, dass die Finnen „viel Zeit damit verbringen“, im Wald „zu rechen und zu reinigen und Dinge zu tun“. „Und sie haben keine Probleme“, so Trumps Fazit.

Niinistö sagte der Sonntagsausgabe der Zeitung „Ilta-Sanomat“, er könne sich nicht an entsprechende Äußerungen bei seinem Treffen mit Trump eine Woche zuvor in Paris erinnern. „Ich habe ihm gesagt, dass es in Finnland viele Wälder gibt, wir aber ein gutes Warnsystem haben“, sagte er.

#RakeAmericaGreatAgain als Hit im Netz
In den sozialen Medien wurde das Thema rasch aufgegriffen. Am Sonntagabend waren unter den finnischen Twitter-Nutzern Suchbegriffe rund um das Thema Rechen - unter anderem #RakeAmericaGreatAgain (Recht Amerika wieder groß) - der Hit.

Der Chef des finnischen Katastrophenschutzes, Yrjo Niskanen, versuchte unterdessen, sich einen Reim auf Trumps Äußerung zu machen. Möglicherweise habe sich der US-Präsident auf das Einsammeln abgestorbener Äste bezogen, aus denen Energie gewonnen wird. „Ich habe niemals daran gedacht, dass das Holz aufgesammelt wird, um das Waldbrandrisiko zu verringern“, sagte Niskanen der Zeitung „Iltalehti“. „Das steht in keinem Handbuch für die Waldpflege. Wir machen das aus rein wirtschaftlichen Gründen.“

Trump hatte der kalifornischen Regierung die Schuld für die rasche Ausbreitung der Brände in dem Bundesstaat gegeben. Er warf ihr ein schlechtes Forstmanagement vor.

 krone.at
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