17.10.2018 07:28 |

Mit ALMA entdeckt

Vier riesige Gasplaneten umkreisen jungen Stern

Mithilfe des ALMA-Observatoriums der Europäischen Südsternwarte ESO, einem Verbund von insgesamt 66 Parabolantennen in der Atacama-Wüste im Norden von Chile, haben Astronomen um einen sehr jungen Stern gleich vier riesige Gasplaneten entdeckt. Der erst zwei Millionen Jahre alte Stern CI Tau ist rund 500 Lichtjahre von der Erde entfernt und noch von einer sogenannten protoplanetaren Scheibe - einer Ansammlung von Staub und Gas - umgeben.

Dank einer neuartigen Technik identifizierten zwei Astronomen-Teams drei Störungen in dieser Scheibe um CI Tau. Für die Forscher ein Beleg dafür, dass sich dort neugebildete Exoplaneten auf ihren Umlaufbahnen bewegen. Es sei das erste Mal überhaupt, dass man vier Gasgiganten um einen derart jungen Stern entdeckt habe, berichten die Wissenschaftler.

Der sonnennächste der vier Planeten, ein sogenannter „Heißer Jupiter“ (ein Gasriese von der zehnfachen Masse des Jupiters), umkreist sein Zentralgestirn einmal in nur neun Erdtagen, berichten Forscher des Institutes für Astronomie an der University of Cambridge in England. Die restlichen drei Gasplaneten umrunden den Stern in einer Entfernung von 13, 39 und 100 Astronomischen Einheiten (AU), wobei eine solche Einheit der Entfernung Erde-Sonne (150 Millionen Kilometer) entspricht.

Höchstgelegenes Observatorium der Welt
ALMA (die Abkürzung steht für Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array) - das aus einem Feld miteinander verbundener Antennen besteht, die wie ein einziges riesiges Teleskop agieren und sich auf dem Chajnantor-Plateau in 5000 Metern Höhe befindet - ist nicht nur das zurzeit größte sondern auch das höchstgelegene Observatorium der Welt.

Österreich seit Juli 2008 ESO-Mitglied
Die Europäische Südsternwarte (European Southern Observatory, kurz ESO) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung. Die Organisation, die 1962 gegründet wurde, um auch europäischen Astronomen Beobachtungsmöglichkeiten am Südsternhimmel zu verschaffen, hat 15 Mitgliedsländer, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich gehört.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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