24.09.2018 16:00 |

Unfallverhütung

Bananenschale, Kabelsalat und Eierspeise im Kopf

Eine Bananenschale macht den Untergrund um bis zu sechsmal rutschiger - und wenn wir einmal in Bewegung sind, lässt sich das nach Isaac Newton, dem Entdecker der Schwerkraft, nicht mehr stoppen. Außer durch einen Sturz. Starphysiker Werner Gruber erklärt die Physik der Unfälle.

Zugegeben, Verletzungen durch Bananenschalen sind eher selten, gehören aber eindeutig in die Kategorie „dumm gelaufen“. Genauso wie Stürze von Leitern beim Vorhangaufhängen, Verheddern in Computerkabeln oder eine Beule durch den Zusammenstoß mit einer Straßenlaterne, weil man auf dem Handy herumgetippt hat. Den meisten Unfällen liegt Unachtsamkeit zugrunde und auf den ersten Blick ein lächerlicher Auslöser. Diesem Umstand nimmt sich die neue Kampagne des Kuratoriums für Verkehrssicherheit KFV „G´scheit aufpassen ist nicht deppert" an, in der Werner Gruber auf amüsante Weise die physikalischen Mechanismen der alltäglichen Gefahren aufs Korn nimmt.

Der bekannte Physiker und Direktor des Planetariums der Stadt Wien: „Unfälle sind keine Zufälle, sondern haben erklär- und damit auch vermeidbare Ursachen.“ Im Fall der Bananenschale wird der Untergrund durch den geringen Reibungskoeffizienten tatsächlich rutschiger als normaler Boden: Eine Bananenschale lässt die Reibung unter einer Schuhsohle auf rund ein Fünftel sinken. Das heißt, der Boden ist an dieser Stelle in etwa fünf bis sechsmal glatter. Damit erhöht sich die Rutschgefahr. Vermeiden ließe sich ein Unfall entweder durch einen ganz geringen Neigungswinkel des Beines beim Auftritt oder: „Ich empfehle aus praktischen Gründen: G´scheit aufpassen und der Bananenschale ausweichen“, so Gruber. Übrigens haftet die Fußsohle besser, wenn die Schale mit der äußeren Seite nach oben da liegt, aber wer kann sich das schon aussuchen?

Statistisch gesehen sterben  täglich fünf Menschen in Österreich Tag für Tag bei Unfällen im Heim- und Freizeitbereich. „Wir gehen von einem markanten Anstieg bei Haushalts- und Freizeitunfällen aus. Im kommenden Jahr rechnen wir mit 600.000 Fällen,  für das Jahr 2035 könnte das schon 100.000 Unfälle pro Jahr mehr bedeuten“, rechnete KFV-Direktor Dr. Othmar Thann bei einer Pressekonferenz in Wien vor.

Dass Bier, Wein und Schnaps nicht gerade die Konzentration fördern, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Beeindruckend zeigt dies Werner Gruber in einem Experiment mit rohem Eiern im Glas. Gibt man Alkohol dazu, verändern sich die Eiweißmoleküle und werden fest. Das passiert auch in unserem Denkorgan. Gruber: „Alkohol und Gehirn macht die beste Eierspeis der Welt.“

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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