Helfer mit viel Herz

“Wir konnten dieses Leid nicht tatenlos mitansehen!”

Tirol
20.12.2009 17:33
Zwei junge Studentinnen haben Kinderleid hautnah erlebt und wurden aktiv: Sie kämpfen um die Gesundheit der Ärmsten am anderen Ende der Welt – um hilflose Kinder in Nepal.

"Kinder kurz vorm Verhungern, zahlreiche Wundinfektionen an den Händen, zehn schwerkranke Kinder mit Ansteckungsgefahr in einem Raum", so beschreiben Kathrin Zangerl und Nina Gründlinger, zwei Innsbrucker Medizinstudentinnen, das Kinderspital in Kathmandu (Nepal). Die beiden machten dort 2008 ein Praktikum.

Die Geburtsstunde der Hilfsaktion
In Nepal erlebten die Studentinnen Kinderleid hautnah. Das wollten sie nicht tatenlos mitansehen. Nach ihrem Praktikum hatten Nina und Kathrin eine Tour ins Himalaja-Gebirge geplant. Die sagten sie ab. Stattdessen blieben sie: Kathrin telefonierte mit ihrem Bruder in Mayrhofen. Der organisierte eine Spende von 500 Euro. Unbewusst war damit ein neues Hilfsprojekt geboren.

Mit dem Geld kauften sie einen Inhalator für die Kinderstation. Medikamente besorgten die Studentinnen nicht: "Die Gefahr ist zu groß, dass diese auf dem Schwarzmarkt landen."

Ein Jahr lang an Konzept getüftelt
Wieder zu Hause, sammelten die beiden zwischen Lern- und Prüfungsstress ein Jahr lang Ideen, wie man den Kindern in Nepal helfen könnte. Ihr Einsatz beeindruckte Prof. Lederer von der Med-Uni und Michael Kohlegger, einen Betriebswirt und Sanitäter.

Zusammen mit Dr. Gautam, einem engagierten Arzt aus Nepal, entwarfen die vier Tiroler ein Hilfskonzept für Kinder 70 Kilometer von Kathmandu entfernt, "denn die können sich nicht einmal die Fahrt ins Spital leisten." Sie klapperten potenzielle Geldgeber ab und sammelten 3.300 Euro. Damit organisierten die Studentinnen Gesundheits-Camps im November dieses Jahres.

Flug und Verpflegung zahlten Kathrin und Nina vom eigenen Ersparten. "100 Prozent unseres Budgets sollten bei den Kindern ankommen."

Hilfe für 2.498 Kindern
Anfänglich fanden sie Partnerschulen mit 500 Kindern. Doch die Nachricht machte schnell die Runde: Schlussendlich wurden 2.498 Kinder von 30 freiwilligen Helfern untersucht, medikamentös therapiert und über Hygiene sowie Aids aufgeklärt.

Das nächste Camp ist schon in Planung
Das Leid der Kleinen hat die angehenden Kinderärztinnen noch nicht losgelassen. Sie planen schon das nächste Camp. Dafür brauchen sie Geld. Lediglich 6.000 Euro um Tausenden Kindern zu helfen. Am Montagabend um 19.30 Uhr halten sie einen Vortrag über ihr Projekt im großen Hörsaal der Chirurgie an der Uniklinik (Spenden-Konto: 3300– 633728, BLZ: 20503, Tiroler Sparkasse).

von Manuel Diwosch

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