"Uni-Brennt" – Unter dieser Flagge stürmten Hunderte Studenten vor 51 Tagen die Innsbrucker SoWi-Aula. Anlass dafür waren Sparmaßnahmen, Platznot, Zugangsbeschränkungen, das Bologna-Modell und noch einiges mehr. "Die Bildung im Land verkommt und wird zu einem Elite-Gut", war damals der Tenor.
An dieser Aussage hat sich in den 50 Besetzungstagen nichts geändert. "Es hat aber ein Umdenken in den Köpfen der Führungspersönlichkeiten stattgefunden", meinen die "Sowianer". Tausende Studenten zogen den Wiener Audimax- und Innsbrucker Sowimax-Besetzern gleich. "Auch in Deutschland und Italien besetzten Studenten Hörsäle, um für ein Umdenken zu kämpfen", so die Revoluzzer.
Durch die Masse der "Aufständischen" waren Rektoren, Minister und die Bürger gezwungen, sich die Anliegen der Studenten anzuhören.
"Das ist Uni im besten Sinn"
Einer der von Beginn an zuhörte, war Innsbrucks Rektor Töchterle: "Ich verstehe die Besetzer, ich bin stolz auf sie. Das ist Uni im besten Sinn." Und siehe da: Minister Johannes Hahn ließ ein paar Millionen Extra-Budget springen. Wie geht’s weiter?
"Die SoWi-Besetzer ziehen bis Jänner in einen unbenutzten Raum der GeiWi am Innrain. Dort können sie die Bildungsdebatte fortsetzen. Ein Raum für alle Studenten, wie es ihn längst hätte geben müssen", so Töchterle. Nach den Ferien finden wieder Vorlesungen in der Aula statt. Wermutstropfen: 150.000 Euro Kosten für die Besetzung. Die Besetzung ist zwar beendet, aber die Revolution hat erst begonnen...
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
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