In Kapstadt selbst haben 50.000 Menschen die Auslosung auf der Partymeile Lond Street bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert. Und das, obwohl Gastgeber Südafrika in Gruppe A mit Frankreich, Mexiko und Uruguay nicht das angenehmste Los gezogen hat.
Südafrikas Teamchef Carlos Alberto Parreira zeigte sich tapfer und positiv. "Wir haben keine Angst vor dieser Gruppe. Auf uns wartet eine echte Herausforderung", meinte der Brasilianer. Als gutes Omen könnten die Südafrikaner ansehen, dass England 1966 beim WM-Triumph in der Heimat die gleichen drei Vorrundengegner hatte wie nun Südafrika. Was Parreira mit seinem Team auf jeden Fall vermeiden will, ist das erstmalige Scheitern eines Gastgebers in der ersten Turnierphase.
Vorsichtiger Optimismus bei Argentinien
In Gruppe B heißt der große Favorit Argentinien, die Kontrahenten des zweifachen Weltmeisters heißen Südkorea, Nigeria und Griechenland. Teamchef Diego Maradona war nicht nach Südafrika gereist, da er von der FIFA aufgrund seiner verbalen Entgleisungen bis 15.1. international gesperrt ist. Sein Vertreter Carlos Billardo, der Technische Direktor des Verbands, war erleichtert, dass Argentinien nicht auf Frankreich trifft, betonte jedoch, "dass man jeden Gegner bei einer WM respektieren und fürchten muss".
Die Vertreter aus England konnten ihre Freude über die Gruppengegner Algerien, die USA und Slowenien nur schwer verbergen. Die erste Reaktion von Teamchef Fabio Capello fiel dennoch vorsichtig aus: "Natürlich gibt es schwierigere Gruppen. Aber leicht wird es trotzdem sicher nicht, das werde ich meinen Spielern klarmachen." Gleich im ersten Match gegen die USA bietet sich für England die Chance, für die WM-Blamage aus dem Jahr 1950 (0:1) späte Revanche zu nehmen. Diese Pleite hat in den englischen Fußball-Geschichtsbüchern einen ähnlichen Stellenwert wie das 0:1 gegen die Färöer in den österreichischen.
Keine "Hammergruppe" für Deutschland
"Uns ist eine sogenannte Hammergruppe erspart geblieben, aber eine Garantie, dass unsere Nationalmannschaft das Achtelfinale erreicht, ist dieses Los sicher nicht", kommentierte DFB-Präsident Theo Zwanziger die deutsche Auslosung. In der unmittelbaren WM-Vorbereitung werden die Deutschen u.a. auch ein Trainingslager in Österreich aufschlagen, aller Voraussicht nach in Kärnten.
Eine "gefährliche Gruppe" bekamen nach Ansicht von Teamchef Bert van Marwijk die Niederländer serviert, die Kontrahenten in Gruppe E heißen Japan, Dänemark und Kamerun (mit Somen Tchoyi von Salzburg). Wahrlich nicht beschweren kann sich Weltmeister Italien über die Gruppe F mit Neuseeland, Paraguay und der Slowakei (mit Dusan Svento von Salzburg). Teamchef Marcello Lippi drückte angesichts der öffentlichen Begeisterung auf die Bremse. "Wir werden die Spiele nicht in schwierig oder leicht einteilen. Es sind einfach Spiele, die wir gewinnen wollen."
"Interessantes Duell" in Gruppe G
Jedes Turnier hat seine Hammer- bzw. Todes-Gruppe, und die ist diesmal ganz eindeutig Pool G mit Rekordweltmeister Brasilien, der Elfenbeinküste, Portugal und Nordkorea. Damit werden die beiden aktuell teuersten Fußballer der Welt aufeinandertreffen, nämlich die Real-Madrid-Teamkollegen Cristiano Ronaldo (Portugal) und Kaka (Brasilien). "Das wird ein interessantes Duell", meinte auch Brasiliens Teamchef Dunga, der logischerweise von "der schwersten Gruppe dieser WM" sprach-
Wer diese Gruppe als Zweiter übersteht, dem dürfte im Achtelfinale der nächste Kracher drohen, nämlich Europameister Spanien. Die Spanier sehen sich in Gruppe H mit der Schweiz, Chile und Honduras mit schlagbaren Gegnern konfrontiert, zittern jedoch vor dem Achtelfinale, das einen Gegner aus Gruppe G bringt. "Cristiano oder Kaka im Achtelfinale: Spanien trifft nach der ersten Runde auf die Todesgruppe", weiß die Zeitung "As".
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