So, 09. Dezember 2018

Trotz 0:1 gegen Polen

28.06.2018 18:31

Japan nur dank Fairplay-Wertung im Achtelfinale!

Die „Samurai Blue“ haben es geschafft - Japan steht zum dritten Mal nach 2002 und 2010 im Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft! Wie dieser Aufstieg in die K.-o.-Phase zustande kam, ist dabei ein Fall für die Geschichtsbücher: Denn die Asiaten verloren zwar ihr finales Gruppenspiel gegen die bereits zuvor fix ausgeschiedenen Polen mit 0:1, aber da im Parallelspiel Kolumbien den Senegal mit 1:0 besiegte und die Afrikaner das exakt gleiche Torverhältnis wie die Japaner hatten, kam die Fairplay-Wertung zum Tragen. Und die gab den Ausschlag für die „Samurai Blue“ - läppische zwei Gelbe Karten weniger entschieden am Ende …

36 Grad im Schatten, kaum ein erfrischender Luftzug und lächerliche 26 Prozent Luftfeuchtigkeit - ohne Zweifel: Für ein Fußball-Match hätte es bedeutend angenehmere Schauplätze gegeben, als Wolgograd an diesem 28. Juni 2018. Doch die Auslosung wollte es, dass Japan und Polen nicht nur um Aufstieg und Ehre, sondern auch gegen die Auswüchse von „Mutter Natur“ zu spielen hatten. Freilich: Während man mit diesen Bedingungen rechnen durfte, kam die Startaufstellung von Japans Teamchef eher überraschend daher. Einer „Generalüberholung“ gleich tauschte Akira Nishino im Vergleich zum 2:2 gegen den Senegal gleich sechs Mann aus. Und das bei einem keineswegs noch gesicherten Achtelfinal-Aufstieg vor dem Anpfiff…

Der Ausgangsposition eines Duells zwischen Beinahe-Achtelfinalist und Gescheitertem entsprechend, entwickelte sich vom Start weg ein - freundlich formuliert - schaumgebremstes Spiel auf mäßigem Niveau. Die Polen hatten zwar Vorteile beim Ballbesitz, aber sie wussten sich damit nicht allzu viel anzufangen. Optisch gefährlicher wirkten da schon die Japaner, die auch die ersten ernsthafteren Tor-Annäherungen verzeichneten: etwa durch einen Okazaki-Kopfball (12.), einen Muto-Weitschuss (13.) oder einen Sakai-Kracher (16.). Praktisch aus dem Nichts hätte Polen dennoch in Führung gehen können, doch weil Japan-Goalie Eiji Kawashima einen Hammer-Kopfball von Kamil Grosicki nach Zielinski-Flanke auf der Torlinie entschärfen konnte (32.) blieb es beim 0:0 zur Pause.

Groß waren die Hoffnungen auf eine Besserung des spielerischen Niveaus zum Wiederanpfiff eher nicht - zu festgefahren schien die Ausgangslage, die weiterhin den Japanern bei einem Remis den Aufstand garantierte. Ins Risiko gingen die „Samurai Blue“ daher auf keinen Fall, wenngleich man in den ersten Minuten von Spielhälfte zwei zumindest ansatzweise ein deutlich aktiveres Auftreten als die Polen an den Tag legte. Auf eine geblockte Tor-Annäherung der Japaner (53./Usami) ließen die Polen zunächst eine gute Aktion für Lewandowski folgen (Kawashima kam nach einem Steilpass zuerst an den Ball) - ehe sie für DAS Ausrufezeichen der gesamten Partie sorgten. Nach einem Kurzawa-Freistoß aus dem linken Halbfeld kam Bednarek aus fünf Metern volley zum Schuss - Tor zum 1:0 für Polen (59.)!

Dieser Treffer sorgte kurz für fragende Gesichter aufseiten der japanischen Spieler, Betreuer und Fans: „Sind wir jetzt raus?“ Nach einer Schrecksekunde wurde schließlich bald klar: Japan war draußen! Für knapp 15 Minuten entwickelte sich nun eine etwas lebendigere Partie, doch weder die Japaner (71./Yoshida-Kopfball) noch die Polen (71./Lewandowski) konnten ihre jeweils beste Chance verwerten. Doch auf einmal war wieder alles anders: Kolumbien ging im fernen Samara mit 1:0 in Führung (75.) und Japan war wieder weiter - wegen der Fairplay-Wertung, die bei Punkt- und Torverhältnis-Gleichstand die Rolle des Scharfrichters übernahm. Und weil in beiden Partien bis zum Ende weder Karten vergeben noch Tore erzielt wurden - die „Samurai Blue“ stellten überhaupt jeglichen aktiven Spielbetrieb ein -, durften die Japaner trotz einer 0:1-Niederlage jubeln…

Das Ergebnis:
Japan - Polen 0:1 (0:0)
Wolgograd, Wolgograd-Arena, SR Sikazwe (ZAM)
Tor: 0:1 (59.) Bednarek
Gelbe Karten: Makino bzw. keine
Japan: Kawashima - H. Sakai, Yoshida, Makino, Nagatomo - Yamaguchi, Shibasaki - G. Sakai, Okazaki (47. Osako), Usami (65. Inui) - Muto (82. Hasebe)
Polen: Fabianski - Bereszynski, Glik, Bednarek - Kurzawa (79. Peszko), Krychowiak, Goralski, Jedrzejczyk - Zielinski (79. Teodorczyk), Lewandowski, Grosicki

Hannes Maierhofer
Hannes Maierhofer

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