Sa, 15. Dezember 2018

Privatdaten in Gefahr!

11.06.2018 06:00

Sicherheitsalarm um unsere Reisepässe

In Zeiten des Facebook-Datenskandals gibt es jetzt ausgerechnet einen Sicherheitsalarm um unsere Pässe! Denn ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs zwingt Österreich dazu, die Produktion der heiklen Dokumente bald auszuschreiben - ab 2019 könnte dann etwa Bulgarien unsere persönlichen Daten in die Hände bekommen.

Die Zeit drängt: Wohl noch im Juni müssen Innen- und Verkehrsministerium eine unionsweite Ausschreibung zum Druck der Pässe auf den Weg bringen. Denn die Generalanwältin in Luxemburg hat sinngemäß wirtschaftlichen Wettbewerb über nationale Sicherheitsinteressen gestellt. Laut den EU-Richtern habe Österreich nicht nachgewiesen, dass wesentliche Sicherheitsinteressen im Rahmen einer Ausschreibung nicht gewahrt werden könnten.

Weder das Argument, dass Druckaufträge für die amtlichen Dokumente zentralisiert durch ein einziges Unternehmen ausgeführt werden müssten, noch das Argument wirksamer Verwaltungskontrollen, das Argument der Versorgungssicherheit oder das Argument der Sicherstellung der Vertrauenswürdigkeit des Auftragnehmers könnten greifen, hatte es im März in der Urteilsverkündung in dem Rechtsstreit zwischen der Republik Österreich und der EU-Kommission geheißen.

Das Prozedere sieht somit künftig vor, dass die Bundesbeschaffungsagentur im Auftrag der Republik nach dem Billigstbieter sucht. Bei Dumping-Lohnkosten von 1:7 in Ländern wie in Bulgarien oder Litauen im Vergleich zu Österreich scheint der derzeitige Anbieter, die Österreichische Staatsdruckerei, schwer mithalten zu können.

Umfrage: Große Mehrheit der Österreicher dagegen
Dass unsere Daten möglicherweise ab 2019 ins Ausland wandern, kommt bei Herr und Frau Österreicher gar nicht gut an. Laut einer aktuellen Umfrage halten mehr als drei Viertel der 500 Befragten (76 Prozent) die Ausweis-Datenverarbeitung im eigenen Land für sehr wichtig. Beim Reisepass kennen wir also in Sachen Fälschungssicherheit keine Kompromisse!

Auch FPÖ-Innenminister Herbert Kickl ist alarmiert. Bereits unmittelbar nach dem Urteil stellte er klar, dass umgehend alle Schritte ergriffen werden müssten, damit personenbezogene Daten nicht über ausländische Server laufen.

Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Deutschland spielt
LIVE: Kann Hannover Favorit Bayern ärgern?
Fußball International
Es geht um 14,5 Mio. €
Shakira im Visier der spanischen Steuerfahnder
Adabei
Hütter-Erfolgsserie
Frankfurt-Heimspiele für EL-K.o.-Phase ausverkauft
Fußball International
Verschärfte Sex-Regeln
Facebook verbietet Usern sexuelle Andeutungen
Digital
Eishockey-Legionäre
Niederlagen für Raffl und Vanek in der NHL
Eishockey
Probleme bei Griffiths
Spielsucht? Bewegende Botschaft der Celtic-Fans
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.