So, 15. Juli 2018

Der Rekord-Coach

04.06.2018 07:10

Foda: „Gibt man alles, kann man alles erreichen“

Nach einer kurzen Nacht („ich schlafe nach einem Spiel nie gut, weil mir so vieles durch den Kopf geht“) stand Franco Foda Sonntagvormittag noch einmal Rede und Antwort, ehe er sich eine kurze Auszeit bei der Familie gönnte, ab heute gilt sein voller Fokus dem Sonntag-Hit gegen Brasilien. Der Blick zurück auf das sensationelle Samstag-2:1 in Klagenfurt gegen Deutschland (im Video) ist für den Teamchef natürlich ein erfreulicher: „So wie Córdoba immer Córdoba sein wird, gibt es ab sofort auch das Zauberwort Klagenfurt!“ 

Krone: Welche Emotionen hatten Sie nach dem Sieg, welche Erkenntnisse gibt es nach der ersten Nacht als Weltmeister-Bezwinger?
Franco Foda: Die Freude war und ist sehr, sehr groß, die Mannschaft hat etwas Außergewöhnliches geleistet, vor allem in der zweiten Halbzeit. Erstmals nach 32 Jahren wieder Deutschland zu schlagen, kann uns stolz machen. Aber der Fußball lebt nicht von der Vergangenheit, wir müssen uns immer wieder aufs Neue beweisen!

Sie haben gesagt, dass man jetzt trotz aller Freude nicht durchdrehen darf. Wie ist der Sieg einzuordnen?
Ich kenne Jogi Löw sehr gut, weiß, dass er nicht gerne verliert. Zweite Halbzeit haben wir das gezeigt, was wir von Beginn an machen wollten - den Gegner unter Druck gesetzt, zu Fehlern gezwungen, hohes Tempo.

Löw meinte, dass Deutschland nur sehr selten nach einer Führung noch verliert. Österreich ist dieses Husarenstück gelungen.
Das ist auch etwas ganz, ganz Schwieriges, war für mich fast die wichtigste Botschaft dieses Spiels: Wenn man an sich glaubt, bereit ist, alles zu geben, dann kann man alles erreichen.

Gab’s viele Glückwünsche?
Ja. Was mich besonders freute, waren die sehr vielen Nachrichten aus Deutschland, dass unser Sieg auch verdient war, unter anderem von Reiner Calmund.

Erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit wird nicht mehr über die Rolle und Position von David Alaba (oben im Bild) diskutiert. Wie ist Ihnen das gelungen?
Ich habe darüber eh nie diskutiert. David ist ein Superjunge, er kam trotz seiner Probleme mit der Rückenmuskulatur zum Team, wollte unbedingt schon gegen Russland spielen. Er ist spielfreudig, übernimmt immer mehr eine Führungsrolle. Solche Spielertypen brauchen wir.

Was ist noch verbesserungswürdig?
Die ersten zwanzig Minuten. Die waren gegen Slowenien, Russland und Deutschland nicht so gut. Es soll nicht sein, dass wir immer einen Dosenöffner, sei es ein Tor oder Gegentor, benötigen, um ins Spiel zu kommen. Das Team kann von der ersten Minute an so agieren wie gegen Deutschland nach der Pause.

Die beste Siegesserie aller Zeiten eingestellt, den Startrekord als Teamchef eingestellt - das kann einen doch nicht kalt lassen.
Klar macht es einen stolz, aber das beschäftigt mich jetzt nicht so. Beweist nur, welche Geschichten der Fußball schreibt. Der Kärntner Martin Hinteregger (oben im Bild) trifft in seiner Heimat, der Deutsche Franco Foda schlägt Deutschland. Nächsten Sonntag geht es gegen Brasilien, der nächste Superhit für das Team. Da wollen wir noch einmal alles raushauen, an die Grenzen gehen - und vielleicht die nächste ganz große Sensation schaffen!

Peter Klöbl, Kronen Zeitung

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