Ausgerechnet im Play-off fehlen den Topfavoriten die Topstars wegen Blessuren. Die Franzosen, die in der Quali-Gruppe hinter Serbien und vor dem ÖFB-Team Zweite waren, müssen verletzungsbedingt ebenso auf Franck Ribery (Knie) verzichten wie die Iberer auf Cristiano Ronaldo (Knöchel).
Vor allem für den umstrittenen Raymond Domenech wäre das Scheitern eine mittlere Katastrophe und wohl sein Ende als französischer Teamchef. "Wir kennen den unglaublichen Kampfgeist der Iren, die es wie wir unbedingt schaffen wollen", warnt der Trainer seine Spieler. Alou Diarra meint: "Wir haben viel Respekt, aber keine Angst." Die von Giovanni Trapattoni betreuten Iren haben in den Gruppen-Spielen Weltmeister Italien zweimal an den Rand einer Niederlage gebracht und blieben ungeschlagen.
Sowohl auswärts als auch vor eigenem Publikum gab es ein 1:1. "Unsere Fans im Croke Park werden uns wieder zu Höchstleistungen treiben", ist sich Torhüter Shay Given sicher. Verteidiger Richard Dunne glaubt, dass auch der Vize-Weltmeister in Reichweite ist: "In den jüngsten WM- und EM-Bewerben waren die Franzosen nicht souverän, aber immer dabei. Es wird Zeit, dass wir sie stoppen".
Portugal hat "keine Zweifel, dass wir uns qualifizieren"
In Lissabon wird Cristiano Ronaldo seine Kollegen von der Tribüne anfeuern, der Superstar ist ebenso wie der Teamchef von einem Happy End überzeugt. "Ich habe keine Zweifel, dass wir uns qualifizieren. Am Samstag wird aber nur die erste Hälfte gespielt, daher müssen wir nicht schon alles klar machen", sagt Coach Carlos Queiroz.
Die Bosnier wissen um ihre Außenseiterrolle, aber die Spieler wissen ebenso, dass das Land 17 Jahre nach seiner Unabhängigkeit von der WM-Premiere träumt. "Mit heißem Herz und kühlem Kopf können wir etwas erreichen", glaubt Sejad Salihovic, und sein Teamkollege Vedad Ibisevic meint: "Wenn wir zu WM fahren, bricht ein neues Zeitalter in unserem Land an." Teamchef Miroslav Blazevic fiebert der größten Herausforderung seiner Karriere entgegen. "Wir benötigen zwei Weltklasse-Leistungen, um Portugal zu eliminieren."
EM-Sensation Griechenland heiß auf zweite WM-Teilnahme
Für Griechenland würde die erfolgreiche Quali die zweite WM-Teilnahme nach 1994 bedeuten. Die Chancen stehen für Otto Rehhagel und seine Mannen nicht so schlecht, weil die Ukraine dazu neigen könnten, den Ex-Europameister zu unterschätzen. "Im EM-Jahr 2004 war das nicht anders, da wollte jeder uns als Gegner. Am Ende haben wir den Titel geholt", warnt Theofanis Gekas, der bisher beste Torschütze der Europa-Quali (10 Tore).
"Jetzt stehen wir am Ende des weiten Weges", sagt Rehhagel, dessen Widerpart Alexej Michailitschenko von einer 50:50-Chance spricht und eine offensive Spielweise des WM-Teilnehmers 2006 für Athen ankündigt. "Wir wollen in Athen gewinnen. Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir zu Hause oder in der Fremde antreten."
Unterschätzen dürfen die Hellenen den Gegner auf keinen Fall. Die Ukrainer haben in der Gruppe 6 England die einzige Niederlage zugefügt und bremsten damit die Kroaten auf dem Weg nach Südafrika noch aus. Die Statistik spricht auch für die in Athen antretenden Osteuropäer. Bisher gab es für sie zwei Siege sowie je ein Remis und eine Niederlage. In der WM-Qualifikation für 2006 siegten sie unter der Akropolis mit 1:0.
Slowenien will Russland ins Stolpern bringen
In Moskau, wo Slowenien antritt, hoffen die Russen auf ihre Stärke und die Referenzen ihres Teamchefs. Guus Hiddink hat schon mit drei Ländern (Niederlande 1998, Australien 2006 und Südkorea 2002) an WM-Endrunden teilgenommen und die Russen, die zum zehnten Mal zu einer WM wollen, zuletzt zur EM 2008 und dort ins Semifinale geführt. "Es geht nicht um meinen Rekord, sondern wir haben ein viel höheres Ziel. Wir müssen alles geben, was wir haben und noch mehr, um uns zu qualifizieren", sagt der Niederländer.
Er mahnt Arschawin und Co. zur Vorsicht vor den Slowenen, die in den zehn Gruppen-Partien nur vier Tore kassiert, aber 18 Treffer erzielt haben: "Sie verfügen über eine der besten Abwehrreihen und vorne nützen sie jede Chance aus. Wir dürfen sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen." Der Außenseiter fühlt sich in seiner Rolle pudelwohl. "Russland hat mehr Fußballer als wir Einwohner. Die WM-Teilnahme wäre für uns wahrscheinlich mehr wert, als würde Deutschland Weltmeister", bemüht Köln-Legionär Miso Brecko einen Vergleich.








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