Do, 18. Oktober 2018

Biathlon

18.05.2018 13:54

Hausdurchsuchung bei WM: Kasachstan im WADA-Visier

Die Hausdurchsuchung durch österreichische Behörden beim Biathlon-Team Kasachstans während der WM 2017 in Hochfilzen schien ohne Folgen geblieben zu sein. Doch am Donnerstag berichtete Günter Younger, der Direktor der Ermittlungsabteilung der Welt-Anti-Doping-Agentur, dass der Fall noch aktuell und der Weltverband (IBU) von der WADA in die Pflicht genommen worden sei.

Younger sprach am Rande der WADA-Generalversammlung in Montreal von einer Passivität des Biathlon-Weltverbandes. Die WADA habe sich daher des Dossiers angenommen, „weil es bis April und Mai keine Aktion gab“, sagte der Deutsche. „Wir konnten mögliche Verstöße gegen das Anti-Doping-Reglement durch neun Athleten und einen Betreuer finden.“

Derzeit befinde man sich immer noch in Gesprächen mit der IBU, „um sicherzustellen, dass die Fälle der neun Athleten so abgehandelt werden, wie es sich gehört“, so Younger. Im Teamquartier Kasachstans in Hochfilzen waren am 8. Februar 2017 medizinische Produkte und Medikamente sichergestellt worden. Dopingtests der Athleten waren negativ ausgefallen.

Die WADA prüft aktuell auch Korruptionsanschuldigungen gegen den IBU-Präsidenten Anders Besseberg und die Generalsekretärin Nicole Resch. Bei haben ihre Ämter ruhend gestellt und weisen die Vorwürfe zurück.

Im Visier der WADA befindet sich auch das Kontroll-Labor in Bukarest. Dort sollen Testergebnisse verfälscht worden sein, um rumänische Elitesportler vor Strafen zu schützen. Im Rahmen der 2017 gestarteten, detaillierten Untersuchung habe man Beweise für die Manipulationen gefunden und die Verantwortlichen im Labor identifiziert. Die Untersuchungen sind laut Younger aber noch nicht abgeschlossen.

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