Mi, 12. Dezember 2018

Prozesse in Innsbruck

17.05.2018 05:31

Kinderpornos auf dem Computer und am Handy

Allein schon beim Anschauen und Speichern von Kinderpornos kennt das Gesetz kein Pardon. Zu Recht! Denn hinter den Aufnahmen steht immer unfassbares Kinderleid. Am Mittwoch saßen gleich zwei Männer in Innsbruck auf der Anklagebank, weil die Polizei bei ihnen fündig wurde. Beide schrammten an einer Haft vorbei.

Ein per WhatsApp kursierender grauenhafter Kinderpornofilm wurde einem in Innsbruck lebenden Ungar zum Verhängnis. Der 41-Jährige hatte den Zehn-Sekunden-Film vor Monaten schon von einem ehemaligen Arbeitskollegen zugeschickt bekommen. „Darin ist ein Bub in der Wüste mit einem Esel zu sehen. Ich habe mir dabei aber nichts gedacht“, so die merkwürdige Erklärung des Post-Angestellten. Im August versuchte der Vater von zwei kleinen Kindern dann das scheußliche Sexvideo per Facebook-Messenger an einen Freund zu senden. „Plötzlich leuchtete ein rotes Kästchen auf und ich war drei Tage lang gesperrt.“ Richterin Sandra Preßlaber verurteilte den zuvor unbescholtenen Ungar zu vier Monaten bedingter Haft und 720 Euro Geldstrafe.

„Schlechte Kindheit“
Ebenfalls knapp an einer Haft vorbeigeschrammt ist am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht ein Zillertaler (30). Der arbeitslose Mann konsumierte über Jahre am PC einschlägige Fotos und Videos von Kindern. „Ich schaute mir die Sachen immer in Stresssituationen an. Ich hatte eine schlechte Kindheit und viel mitgemacht“, erklärte er vor Richter Norbert Hofer. Auch der 30-Jährige wurde zu vier Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. „Wenn Sie wegen Kinderpornografie noch einmal vor mir sitzen, lasse ich Sie einsperren - und zwar lange“, mahnte Richter Hofer. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.sam

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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