Di, 21. August 2018

„Nicht islamisch“

19.04.2018 20:55

Iran: Polizistinnen verprügeln Frau wegen Kleidung

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben Polizistinnen eine junge Frau verprügelt, weil sie ihrer Ansicht nach „nicht islamisch“ gekleidet war. Ein am Donnerstag in den sozialen Medien veröffentlichtes Handyvideo von dem Vorfall sorgte landesweit für große Empörung.

Die junge Frau hatte sich der Festnahme widersetzt und gegen die Vorgehensweise der Sittenpolizei protestiert. Daraufhin verprügelten die Polizistinnen die Frau und schleppten sie mit Gewalt zum Polizeiauto, wie das Video zeigt. Offenbar hatte die junge Frau das Kopftuch nicht so getragen wie von den Polizistinnen gewollt, da die Haare zu sehen waren.

Innenminister ordnet Ermittlungen an
Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA leiteten sowohl der Innenminister als auch der Polizeichef umgehend Ermittlungen ein. Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar und die Leiterin der Abteilung für Bürgerrechte im Präsidialamt verurteilten die Polizeiaktion scharf. Viele Iraner forderten in den sozialen Netzwerken harsche Strafen für die Polizistinnen, einige sogar den Rücktritt des Polizeichefs und des Innenministers.

Kopftuch im Iran seit 40 Jahren Pflicht
Im Iran müssen Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie einen langen weiten Mantel tragen. Der Kopftuchzwang ist im Iran zwar seit 40 Jahren verankert, genauso lange aber ist die Mehrheit der Frauen dagegen. Seit Dezember des Vorjahres gibt es sogar Proteste gegen die Kopftuchpflicht, bei denen Frauen einfach ihr Kopftuch in der Öffentlichkeit abnehmen. Mindestens 30 Frauen wurden in diesem Zusammenhang bereits festgenommen.

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