Seit Jahren steigt die Zahl der Bergunfälle: Waren es 2006 noch 620 gewesen, so schnellte die Zahl 2007 auf 708 hoch und stieg in den Folgejahren auf 723 und zuletzt 790 an. Ebenfalls kontinuierlich steigt die Zahl der Verletzten: Von 782 markant auf 921, dann 940 und zuletzt 963. Todesopfer wurden 2006 tirolweit 47 gezählt, im Jahr darauf waren es dann 71. Seither ging die Zahl von 65 auf zuletzt 52 zurück. Norbert Zobl, oberster Chef der Alpinpolizei in Tirol, interpretiert: "Die Leute sind immer besser ausgerüstet und besser trainiert. Obwohl mehr Menschen in die Berge gehen gibt es relativ weniger Opfer."
"Frauen sind eben am Berg vorsichtiger"
Der typische Bergtote ist männlich, 83 Prozent waren es heuer in Tirol: 43 Männern stehen neun Frauen gegenüber. Karl Gabl, Chef des Kuratoriums für alpine Sicherheit: "Frauen sind eben am Berg vorsichtiger als Männer. Die meisten Todesopfer fordert übrigens das scheinbar harmlose Wandern mit rund 50 Prozent. Ein Stolperer auf einem Höhenweg genügt für einen Todessturz. Aber auch Herz-Kreislauferkrankungen fordern rund 40 Prozent Todesopfer – hier werden wir verstärkt aufklären müssen. Österreichweit sind im vergangenen Sommer 139 Menschen getötet worden."
Die meisten Toten forderten die Monate August und September (jeweils 15), hingegen starben im Juni nur drei Bergwanderer: Gabl führt dies auf das schlechte Wetter zurück, es fiel in manchen Gegenden viermal mehr Regen als normal.
"Mit Ausländern gibt’s oft Probleme"
Peter Veider, Geschäftsführer der Tiroler Bergrettung, appelliert an alle Menschen, die im Gebirge unterwegs sind, eine Bergekostenversicherung abzuschließen. "Das ist ein Gebot der Fairness. Im Schnitt kostet ein Einsatz von uns rund 500 Euro. Häufig bleibt unsere Organisation, die sich zu 70 Prozent selbst finanzieren muss, auf den Kosten sitzen. Vor allem mit den Ausländern gibt’s oft Probleme."
von Günther Krauthackl, Tiroler Krone








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