Fr, 22. Juni 2018

Geschichte aus OÖ

14.04.2018 12:07

Die Linzer Polizei im Wandel von 350 Jahren

Von einstigen Dieben, Räubern, Mördern, Vagabunden und „Gotteslästerern“ bis zu den Anforderungen von heute: Die Geschichte der Exekutive zeichnet ein „Sittenbild “ der Stadt.

Was will er denn in unserer Stadt?„ Die Linzer Stadtwache kontrollierte im Mittelalter an den Stadttoren alle streng, die in die Landeshauptstadt wollten. Vagabunden und “liederlichen Damen" wurde der Einlass verwehrt. Ja, auf Recht und Ordnung wurde in Linz schon in frühester Zeit geachtet.

„Policeyordnung“
1566 erließ Kaiser Maximilian II. die erste “Policeyordnung„, die das Leben in der Stadt regelte und die auch streng exekutiert wurde. Neben Straftaten wie Mord, Diebstahl und Raub wurden auch Delikte wie Gotteslästerung, Wahrsagerei, Ehebruch und Unzucht bestraft.

Zeitgeschichte...
Die Entwicklung der Linzer Polizei in den vergangenen 350 Jahren aus bescheidener Pionierzeit bis zu ihrer heutigen Stärke - eine faszinierende Geschichte. Chefinspektor Anton Mitterhauser und der auf historische Bücher spezialisierte Linzer Verleger Manfred Carrington haben sie in akribischer „Ermittlungsarbeit“ in Archiven recherchiert und rufen sie mit ihrem Doppelband „Das Polizeiwesen der Stadt - Sicherheit und Verbrechen vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ (Lentia-Verlag, Linz, 498 Seiten, Preis 49,90 Euro, bestellbar unter Tel.: 0 732/32 05 85) in spannender Form und reich bebildert in Erinnerung.

Das erste Wachzimmer
Die erste städtische Polizei-Zentrale wurde 1866 im Haus Rathausgasse 6 eingerichtet - im ersten und einzigen Linzer Wachzimmer sorgten übrigens vier unbewaffnete Polizisten für die Sicherheit der Linzer Bürger - heute achten 668 Beamte in zehn Inspektionen auf Sicherheit und Ordnung.

Vorsicht vor Radlern...
Wie heute forderte der Straßenverkehr schon im 19. Jahrhundert die Exekutive. Für Ärger sorgten die vielen “Cylisten„, wie die Radfahrer genannt wurden. Sie brachten beim flotten Überholen Pferde zum Scheuen und kamen bei Stürzen und Kollisionen selbst unter die Räder...

„Errungenschaften"
Heute Usus, anno dazumal bestaunte Meilensteine:
Mit „Tasso von der Traun“ versieht 1908 der erste Polizeihund „Dienst“
1960: erste Radarmessung
1961: Alkotestgeräte
1964: Funkstreife

Verbrechern auf der Spur
Von gefassten Mördern, einem legendären Ermittler und Opfern in den eigenen Reihen.
Die Linzer Polizei verhindert durch ihre Wachsamkeit seit Menschengedenken Verbrechen und konnte dank professioneller Ermittlungsarbeit viele spektakuläre Kriminalfälle aufklären. 1932 fasste sie den siebenfachen Frauenmörder Franz Leithgöb, der als „Würger von Linz“ in die Geschichte einging - und bis zu seiner Verhaftung über 20 Jahre lang für Angst und Schrecken sorgte.

Lengendärer Kriminalist
Unvergessen ein legendärer Kriminalist: Kripo-Oberst Leo Maier, bekannt durch unkonventionelle Tatort-Ermittlungen. Der bekannte Krimi-Autor war 1978 Einsatzleiter beim Geiseldrama in einer Linzer Bank, das dank seiner Umsicht nach 13 Stunden für die beiden von einem Bankräuber mit Sprengstoffpaketen gefesselten Geiseln glücklich ausging.

Opfer unter Polizisten
Unvergessen auch die vielen Polizisten, die selbst zu Opfern wurden. Zur Erinnerung an sie alle stellvertretend zwei Namen: Viktor Bentz, 1938 von den Nazis ermordeter Linzer Polizeidirektor, und Rayoninspektor Josef Plass, der 1976 von einem Bankräuber beim Maximarkt erschossen wurde.

Max Stöger, Kronen Zeitung

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