Fix ist, dass Arnautovic der mit Abstand teuerste österreichische Fußballer der Geschichte ist. Erst vor wenigen Tagen war Stürmer Erwin Hoffer von Rapid für die damalige Rekordsumme von fünf Millionen Euro zum SSC Napoli gewechselt.
Bis es zu dem Rekordtransfer von Arnautovic kam, war es jedoch ein weiter Weg. Die Gespräche über den Wechsel waren in den vergangenen Wochen zu einer unendlichen Geschichte geworden. Anfang Juli waren die Verhandlungen sogar abgebrochen worden.
"Er ist sicher glücklich"
"Sie können sicher sein, dass er sehr glücklich ist", sagte Groener nach den letzten Verhandlungsgesprächen am Mittwochabend. Arnautovic war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Nachdem der spektakuläre Stürmertausch Zlatan Ibrahimovic - Samuel Eto'o rund 50 Millionen Euro in die Taschen der Mailänder gespült hatte, war in den vergangenen Wochen wieder Bewegung in die Transfergespräche gekommen.
Arnautovic weilte schon seit einiger Zeit in Mailand, um einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß auszukurieren. Davon, dass der Wechsel doch noch scheitern könnte, ist er nie ausgegangen. "Ich will nur zu Inter und hoffe, dass für den Club dasselbe gilt. Wenn ich an die Worte von Inters Technischem Direktor Marco Branca denke und meine Rehabilitation berücksichtige, ist es schwierig, Zweifel zu haben", meinte Arnautovic Mitte Juli.
Vom "Käfigkicker" zum Topstar
Damit hat Marko Arnautovic den Sprung aus den vielzitierten Notizbüchern der Scouts auf die große Fußball-Bühne geschafft. Vor drei Jahren noch im "Käfig" im Wiener Außenbezirk Floridsdorf, darf der oft zwischen Genie und Wahnsinn pendelnde 20-Jährige in Zukunft im San Siro von Mailand neben Superstars wie Samuel Eto'o dem Ball nachjagen. Den Nachwuchstrainern der Wiener Großclubs Austria und Rapid als unbequemer Freigeist in Erinnerung ist Arnautovic im Ausbildungsland Nummer eins zum Star von internationalem Format gereift.
"Neuer Zlatan Ibrahimovic"
Nahezu unbeobachtet von der österreichischen Fußball-Szene machte der Sohn eines Serben und einer Österreicherin in den Niederlanden schnell auf sich aufmerksam. Technisch versiert, robust und schnell sorgte der 1,92-m-Mann aus "Oostenrijk" für Furore. Als "neuen Zlatan Ibrahimovic" priesen Medien bald den damals 17-Jährigen, der noch keine Erstliga-Partie bestritten hatte. Am 14. April 2007 war es endlich so weit, beim 0:2 gegen PSV Eindhoven kam Arnautovic erstmals in der Ehrendivision zum Einsatz.
Rassismus-Vorwurf gegen Marko
Ganz ohne Skandale verlief jedoch auch seine Zeit bei Twente nicht. Erstmals öffentlich in der Kritik stand Arnautovic im März dieses Jahres, als ihn ein Gegenspieler des Rassismus beschuldigte. Unfreiwillig stand der Fußball-Feinmechaniker plötzlich im großen Rampenlicht. Die Anschuldigungen wurden schließlich fallengelassen. "Ich bin zu Hause gesessen und habe innerlich geweint", meinte der Wiener zurückblickend auf seine wohl schwierigste Zeit als Profi.
Marko Arnautovic ist nach Österreichs Jahrhundert-Fußballer Herbert Prohaska, der in den 80er-Jahren mit Inter den italienischen Cup gewann, der zweite ÖFB-Legionär bei Inter Mailand. Der 20-jährige Stürmer schoss in der vergangenen Saison zwölf Ligatore für Twente Enschede und debütierte im vergangenen Oktober im österreichischen Nationalteam, für das er bisher fünf Spiele bestritten hat.
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