"Wenn einer sagt, er will nicht mehr im Team spielen, dann akzeptiere ich das." Manninger habe unmissverständlich durchklingen lassen, dass es ihm wichtiger sei, sich bei seinem Verein einzubringen. "Seiner Meinung nach müsste er schon 70 Länderspiele haben und nicht erst 33. Ich hätte gerne 33 Mal für Österreich gespielt", zeigte Constantini kaum Verständnis.
Außerdem sei der 33-fache Internationale enttäuscht gewesen, dass er gegen Serbien nicht zum Zug gekommen sei und habe offenbar auf einen Fixplatz im Tor gepocht. "Wenn einer sagt, er muss Nummer eins sein, damit er dabei ist, dann sage ich 'Guten Tag'", erklärte Constantini, der auf Manninger in Zukunft nicht mehr bauen wird. "Soll ich vor ihm auf den Knien rutschen und ihn bitten?" Für Österreichs Nummer zwei bei der EURO scheint die Teamkarriere damit zu Ende.
Wandervogel Manniger
Alexander Manninger gilt nicht unbedingt als leichter Charakter. Zahlreiche Vereinswechsel offenbart die Visitenkarte des Torhüters, dessen Karriere durchaus als abwechslungsreich bezeichnet werden kann. Eine Konstante sucht man in der Karriere von Manninger vergeblich. Der Blondschopf, der dem BNZ Salzburg entwuchs, trainierte bereits bei 13 Vereinen, aktuell steht er in seinem zweiten Jahr in Turin bei Italiens Rekordmeister Juventus unter Vertrag. Nur bei den Turinern sowie Siena (2006 bis 2008) und Arsenal (1997 bis 2000) dauerten die Engagements länger als eine Saison an. Bei Espanyol (Sommer 2002) und Brescia (Sommer 2004) wurden Verträge gar nach nur wenigen Wochen wieder aufgelöst.
Debüt unter Otto Baric
In der ÖFB-Elf gab Manninger am 18. August 1999 als 22-Jähriger unter Teamchef Otto Baric sein Debüt, sollte die Nachfolge des 1998 abgetretenen Michael Konsel respektive Franz Wohlfahrts, der seine Teamkarriere 2001 beendete, antreten. Der Versuch gelang nur bedingt. Einige Fehlgriffe brachten ihm den Ruf ein, über mangelnde Konstanz zu verfügen. So wurde Manninger bei der EURO 2008 Jürgen Macho vorgezogen, zuletzt vertraute Constantini in der WM-Qualifikation auf Michael Gspurning.
Manninger, der für heimische Medien nicht zu erreichen ist, hatte stets beklagt, in Österreich nicht den ihm gebührenden Stellenwert zu genießen. "Österreicher zu sein, hat mir nicht geholfen. Bei uns gibt es einen anderen Sport, die Journalisten wissen nicht einmal, wer du bist", erklärte er im vergangenen Herbst in einem Interview mit einer römischen Tageszeitung. Als bis dato letzter Einsatz im ÖFB-Team wird somit das 0:2 gegen Schweden am 11. Februar zu Buche stehen.
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