Der Angeklagte hatte vor Gericht betont, der tödliche Schuss habe sich versehentlich aus seiner Dienstwaffe gelöst. Er habe erst einen Warnschuss in die Luft abgegeben, der zweite Schuss habe sich beim Laufen gelöst. Er habe "auf niemanden gezielt". Laut Vorschrift hätte der Polizist die Dienstwaffe nach Warnschuss weglegen müssen. Die abgefeuerte Kugel war offenbar durch die Heckscheibe in Sandris Auto eingedrungen. Der Fan befand sich mit Freunden auf dem Weg zum Auswärtsspiel seines Klubs bei Inter Mailand auf einem Autobahnrastplatz. Hier soll es zu Krawallen mit einigen Juve-Fans gekommen sein.
"Der Polizist hat ein Menschenleben zerstört"
Die Staatsanwaltschaft hatte betont, der Polizist hätte sich dessen bewusst sein müssen, dass sein Verhalten den Tod eines Fans verursachen könne. Gleichzeitig hatte sie jedoch die Anerkennung strafmildernder Umstände gefordert. "Der Polizist hat ein Menschenleben zerstört, aber auch sein eigenes Leben ruiniert", so Staatsanwalt Giuseppe Ledda.
Schwere Ausschreitungen nach Sandris Tod
Nach Sandris Tod war es in der Serie A vor vielen Spielen zu schweren Ausschreitungen und Angriffen auf die Ordnungskräfte gekommen. Eine Gruppe von etwa 400 Hooligans griff eine Polizeikaserne in Rom an. Die Vermummten bewarfen die Kaserne mit Steinen und Flaschen, ein Bus und mehrere Polizeiautos wurden in Brand gesetzt. Bei den Ausschreitungen wurden einige Beamte verletzt.
Krawalle auch nach dem Urteil
In Rom kam es auch nach dem Urteil zu schweren Ausschreitungen von Lazio-Anhängern. Dutzende von Lazio-"Ultras", die sich auf einem Platz in einem nördlichen Viertel Roms versammelt hatten, bewarfen eine Gruppe von Polizisten, die mit dem Auto unterwegs war, mit Steinen und Flaschen. Danach ließen sie Knallkörper vor dem Eingang einer Polizeikaserne explodieren. Einige Fahrzeuge wurden beschädigt.
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