Zu heiß gefeiert?

Ägypter nach Italien-Sieg ausgeraubt

Fußball
21.06.2009 13:34
Der Diebstahl im Hotel der ägyptischen Nationalmannschaft beim Confederations Cup in Südafrika sorgt für Verwirrung. Südafrikas Medien bezweifeln nämlich die Aussagen der fünf bestohlenen Spieler. Die Afrikaner sollen nämlich nicht mit Gewalt, sondern durch Charme um ihr Geld gebracht worden sein. Die Johannesburger Zeitungen "City Press" und "Sunday Independent" berichteten unter Berufung auf Polizei- und Hotelquellen, die Spieler hätten den 1:0-Erfolg gegen Weltmeister Italien mit "spärlich bekleideten Damen" gefeiert.

Ägyptens Verbandsboss Samir Zahir verteidigte seine Kicker. "Ich denke, dass sie das behaupten, um die Aufmerksamkeit von der Hauptsache - nämlich der Sicherheit - abzulenken und nun versuchen, das Ganze in einen Skandal um die ägyptische Mannschaft umzumünzen." Ein Team-Sprecher hatte den Schaden auf Bargeld in Höhe von 2.400 Dollar beziffert. Anzeichen für ein gewaltsames Aufbrechen der Zimmertüren oder der Safes gibt es offenbar nicht. Dafür sollen Videoaufnahmen zeigen, dass mehrere attraktive junge Frauen in den Zimmern ein- und ausgegangen seien.

Überfall auf vier Sport-Touristen
Angeheizt wurde die Sicherheitsdebatte auch durch einen Überfall auf vier Sport-Touristen in Johannesburg. Vier Engländern, die für die Rugbytour der British Lions nach Südafrika gereist sind, wurde der Mietwagen sowie das gesamte Reisegepäck gestohlen. Zudem wurden sie von den mit Gewehren bewaffneten Tätern geschlagen. Das berichtete die Zeitung "Saturday Star". Die Opfer hatten sich nach ihrer Ankunft am Flughafen im Stadtzentrum verfahren und waren offensichtlich von den Tätern verfolgt worden. Im Nobel-Vorort Sandton kam es dann zum Überfall.

Keine Stellungnahme von der FIFA
Der Fußball-Weltverband FIFA und die südafrikanischen WM-Organisatoren wollten keine konkrete Stellungnahme abgeben. "Unser Fokus liegt auf dem Fußball", sagte OK-Sprecher Jermaine Craig am Samstag. "Wir wissen, dass Sicherheit ein wichtiges Thema ist. Die Polizei untersucht diese Angelegenheiten." Ähnlich äußerte sich FIFA-Medienchef Nicolas Maingot beim offiziellen täglichen Mediengespräch im Johannesburger Ellis Park. "Sicherheit ist für uns ein Schlüsselthema. Wir vertrauen den südafrikanischen Behörden für den Confed Cup und für die WM im kommenden Jahr."

Vor Turnierbeginn hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter das Sicherheitsproblem in die Verantwortung des südafrikanischen Staates delegiert. Die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung um Präsident Jacob Zuma sei vorbildlich, sagte Blatter. Vor dem Start des Confederations Cups hatte die südafrikanische Polizei offiziell erklärt, Touristen müssten nicht um ihre Sicherheit bangen. Im November 2007 hatte der Raubmord am früheren österreichischen Fußball-Profi Peter Burgstaller auf einem Golfplatz nahe Durban für weltweites Aufsehen gesorgt, da dort zeitgleich die Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen stattgefunden hatte.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Fußball
21.06.2009 13:34
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele

Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung