"Ich habe dann zehn Tage Zeit, um den Burschen zu vermitteln, was ich mir vom Taktischen her vorstelle und sie zu einer Einheit zu formen. Die Planung ist perfekt", sagte Constantini. Sein Vertrag läuft bis zum Ende der WM-Qualifikation, dass die Bindung nicht längerfristig ist, ist für ihn kein Problem. "Ich will zum Erfolg beitragen. Es ist nicht wichtig, ob ich Weihnachten noch Teamchef bin oder nicht", so Constantini weiter.
Prinzipiell hält der Happel-Schüler die zur Verfügung stehenden Spieler für durchwegs in Ordnung. Das Alter der Sportler oder mangelnde Praxis von Legionären sind für den Trainer grundsätzliche keine Kriterien für oder gegen eine Einberufung. Legionäre seien für die Jungen Vorbilder, egal, ob sie Weltkasse sind oder nicht. "Die Spieler müssen kapieren, dass es das Schönste ist, Profi zu sein. Ich werde nur die Besten einberufen, aber auch immer wieder Junge. Ein Beispiel ist Beichler von Sturm Graz, der gefällt mir gut", sagt Constantini.
Die immer wieder diskutierte Frage, ob Andreas Ivanschitz der richtige Kapitän ist, ließ Constantini vorerst offen: "Kapitän bin derzeit ich! Andi ist immer ein Reizthema, das möchte ich derzeit nicht behandeln, sondern zuerst alles in Ruhe überlegen."
Constantini: "Trainer zu sein ist eine Sucht"
ÖFB-Präsident Leo Windtner sah in Constantini den richtigen Mann, die Mannschaft in kurzer Zeit wieder aufzurichten. "Die Wahl fiel auf ihn, weil er zu Recht den Ruf genießt, er ist der erste Feuerwehrmann im österreichischen Fußball. Er ist ein Kenner, der sich blitzschnell einstellen kann, das hat er hinlänglich bewiesen. Er ist teamfähig, und er trägt positive Energie mit sich", begründete der Oberösterreicher seine Wahl. Constantini ließ daraufhin gleich einen markigen Spruch los: "Ich fühle mich als Trainer, der die Geilheit seinen Jobs auslebt. Trainer zu sein ist eine Sucht!"
Wie neben Co-Trainer Manfred Zsak und Tormanntrainer Franz Wohlfahrt das weitere Betreuerteam ausschauen wird, wird der neue Teamchef in den nächsten Tagen klären.
Arbeitsplatz hauptsächlich in Wien
Nachdem Constantini von seiner Bestellung erfuhr, meinte er am Mittwoch: "Es ist die größte Ehre und Verantwortung für einen Trainer, wenn er die Nationalmannschaft seines Heimatlandes betreuen darf", sagte der Coach, der schon in den 1990er-Jahren für insgesamt drei Länderspiele als Kurzzeit-Teamchef einsprang. "Ich kenne keinen Trainer, den eine solche Aufgabe nicht interessieren würde. Der 53-Jährige kündigte auch an, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Brückner in der Bundeshauptstadt nicht nur sporadisch zu Besuch zu sein. "Ich werde natürlich einen Großteil der Zeit über in Wien sein", meinte er. "Der Job ist von Wien aus zu führen, dem werde ich mich stellen", stellte Constantini klar.
Im heimischen Fußball verschaffte sich Constantini in den vergangenen Jahren den Ruf als Retter in der Not. Des Öfteren, zuletzt im Frühjahr des Vorjahres bei der Wiener Austria, sprang er kurzfristig und fast immer erfolgreich bei einem Club ein, um sich dann schnell wieder zu verabschieden. Anscheinend wird der einstige Nomade, der nur bei zwei von sieben Clubs (Admira Wacker und FC Tirol) zumindest eine ganze Saison im Amt war, nun ausgerechnet im höchsten heimischen Traineramt sesshaft.
Herzog übernimmt U21-Team
Durch das Aufrücken von Zsak erhielt auch der ÖFB-Rekordinternationale Andreas Herzog eine neue Aufgabe. Dieser hatte nach dem Brückner-Abgang betont, er sei der Assistenten-Rolle überdrüssig und wolle mehr Verantwortung übernehmen. Seinem Wunsch wurde nun dadurch Rechnung getragen, dass der 40-jährige Wiener die neue U21-Mannschaft übernimmt, mit der er im kommenden Herbst in die EM-Qualifikation startet.
Jan Kocian muss gehen
Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass sich Windtner mit dem bisherigen zweiten Teamchef-Assistenten, dem Slowaken Jan Kocian, mit sofortiger Wirkung auf eine einvernehmliche Beendigung der Zusammenarbeit geeinigt hat. Kocian, der im Grunde Teamchefassistent bleiben wollte, sagte: "Ich kann mich nicht beklagen. Ich habe in Österreich ein gutes Umfeld vorgefunden. Die Arbeitsbedingungen waren ausgezeichnet."
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