Gehörnte Bullen

Kärnten lässt Salzburg alt aussehen

Fußball
05.03.2009 10:58
Klagenfurt ist für Red Bull Salzburg in der laufenden Saison einfach keine Reise wert! Der große Titelfavorit stolperte am Mittwoch beim 0:2 im Nachtragsspiel der 22. Bundesliga-Runde einmal mehr gegen den SK Austria Kärnten von Frenkie Schinkels und bleibt damit in der Tabelle weiterhin "nur" sieben Punkte vor Rapid Wien, während Kärnten sogar wieder mit einem internationalen Startplatz liebäugeln darf. Die bisher letzte Auswärtsniederlage hatten die Bullen am 31. August 2008 ebenfalls in Kärnten hinnehmen müssen, damals siegten die Gastgeber mit 1:0. War damals noch der Brasilianer Adi (jetzt bei Energie Cottbus) der Siegtorschütze, trafen diesmal Manuel Weber (59.) und Marc Sand (77.) für die Schinkels-Elf.

Bei anfangs starkem Regen, der erst mit Fortdauer der ersten 45 Minuten aufhörte, standen einander auf dem nach wie vor lädierten und stark durchnässten Rasen der schütter besetzten Wörthersee-Arena zwei ebenbürtige Teams gegenüber. Trotz eines zumindest anfänglich flotten Spiels blieben Torszenen vor dem Seitenwechsel aber rar, und wenn, dann waren es die Kärntner, die für dicke Luft in der Salzburger Defensive sorgten.

Glück für Salzburg bei Sandro-Schuss
Besonders sehenswert: Ein Solo von Sandro, der entlang des Sechzehners von der linken Seite aus fünf "Bullen" aussteigen ließ und dann die rechte Stange erzittern ließ (21.). In der 42. Minute prüfte Junuzovic Salzburg-Goalie Gustafsson mit einem Weitschuss, sein Pendant Schranz musste nur bei einer Janko-Halbchance eingreifen (27.).

Erst nach dem Seitenwechsel schien die Adriaanse-Elf, bei der Zickler fehlte und Janko nur wenige Ballkontakte hatte, in Fahrt zu kommen. Doch das erste Tor machte Kärnten: Nach genau einer Stunde marschierte Manuel Weber, der einen Fehlpass Vonlanthens im Mittelfeld abgefangen hatte, aus abseitsverdächtiger Position recht unbedrängt nach vor und zog aus gut 20 Metern ab: Gustafsson musste den Aufsetzer, von Aufhauser noch leicht abgefälscht, passieren lassen (59.).

1:0 bricht Salzburg das Genick
Das war letztlich ein Treffer, von dem sich Salzburg nicht mehr erholen sollte. Kärnten, bei dem Schumacher erstmals seit 1. November 2008 wieder ins Spiel kam, nahm das Heft neuerlich in die Hand und kam zum verdienten zweiten Treffer: Sand erlief einen weiten Pass aus dem Mittelfeld, ließ an der linken Strafraumgrenze Aufhauser aussteigen und dann Gustafsson keine Chance (77.). Auch ein wild gestikulierender Salzburg-Coach Adriaanse konnte kein Aufbäumen seiner enttäuschenden Mannschaft mehr bewirken.

SK Austria Kärnten - Red Bull Salzburg 2:0 (0:0)
Hypo-Group-Arena, 4.100
SR Einwaller
Tore: M. Weber (59.), Sand (77.)
Gelbe Karten: Sandro bzw. Aufhauser, Boussaidi, Janko

Kärnten: Schranz - Pusztai, Riedl, Ortlechner - Bubenik, M. Weber, Junuzovic, Prawda - Bukva (65. Sand), Jagne (62. Schumacher), Sandro (81. Salvatore)
Salzburg: Gustafsson - Bodnar, Sekagya (78. Nelisse), Aufhauser, Ulmer - Pitak, Boussaidi, Vonlanthen (77. Gercaliu), Ngwat-Mahop - Janko, Tchoyi

Stimmen zum Spiel
Frenkie Schinkels (Kärnten-Trainer): "Ich glaube, wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir sie schlagen wollen. Wir haben alles, was wir brauchen, Leidenschaft, Vollgas, nicht aufgeben. Salzburg hat auch gefightet, aber sie haben vielleicht zu sehr auf ihre Qualitäten vertraut. Jetzt haben wir Salzburg geschlagen und die Meisterschaft wieder ein bisschen interessanter gemacht. Salzburg hat soviel Qualität, ein Sekunde schlafen und es ist vorbei. Ich habe gesagt, wir müssen mit Aggressivität ins Spiel gehen, nicht mit Fouls sondern mit Laufwegen und Einsatz. Das tut ihnen weh, wenn sie aus dem schönen Bus steigen. Wir haben das gemacht, wofür wir kritisiert worden sind, wir haben endlich einmal geschossen und da kann schon einmal ein Tor hineingehen."

Co Adriaanse (Salzburg-Trainer): "Das ist nicht so einfach zu analysieren. In der ersten Hälfte haben beide Teams wenige Chancen kreiert. In der zweiten Hälfte habe ich versucht, mit einer taktischen Änderung, mit Ngwat-Mahop und Janko vorne, mehr Druck zu erzeugen. Das hat auch ganz gut geklappt. Aber dann hat Johan (Vonlanthen, Anm.) einen Fehler gemacht. Der Boden war nicht optimal, aber besser als ich gedacht hatte. Und eine Fußballmannschaft muss auf jedem Boden spielen können."

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