Mi, 19. September 2018

Atomstopp

28.09.2008 17:27

Sicherheitsrat fordert Iran zum Atomstopp auf

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den Iran erneut zu einem sofortigen Stopp seiner umstrittenen Urananreicherung aufgefordert. Das höchste UN-Gremium verabschiedete am Samstag einstimmig eine Resolution, die Teheran zur Einhaltung der bisherigen Ratsbeschlüsse verpflichtet. Der Leiter der iranischen Atombehörde, Gholamreza Aghazadeh, sagte daraufhin seine für Montag anberaumten Gespräche in Wien ab.

In dem überarbeiteten Papier betont der Sicherheitsrat ausdrücklich die Absicht, weiter an einer raschen Verhandlungslösung mit dem Iran zu arbeiten. Die westlichen Länder entschärften so einen Streit mit Russland, das eine härtere Gangart gegenüber Teheran ablehnt. Zugleich bekräftigte das 15-Länder-Gremium die drei bisherigen Resolutionen, die den Iran wegen seiner fortgesetzten Urananreicherung mit Sanktionen belegen. "Der Sicherheitsrat fordert den Iran auf, seinen Verpflichtungen entsprechend den genannten Resolutionen voll und ohne Verzögerung nachzukommen und die Vorgaben der internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) zu erfüllen", heißt es in dem Text.

Der britische Außenminister David Miliband wies am Rande der UN-Vollversammlung Vorwürfe zurück, der Westen habe durch den Verzicht auf neue Sanktionen seine Position geschwächt. "Es gibt überhaupt keine Abstriche an unserem gemeinsamen Anliegen, sicherzustellen, dass der Iran nicht weiter den Weg von Nuklearwaffen beschreitet", sagte Miliband. Die westlichen Länder fürchten, Teheran könne unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Atombombe arbeiten.

Chef der iranischen Atombehörde sagt Gespräche in Wien ab
Nach der Verabschiedung der neuesten Resolution sagte Teheran Gespräche bei der zuständigen UNO-Behörde in Wien ab. Der Leiter der iranischen Atombehörde, Gholamreza Aghazadeh, werde am Montag nicht vor der Generalversammlung der Internationalen Atomenergiebehörde sowie mit deren Leiter Mohamed ElBaradei sprechen, meldete die iranische Agentur Isna am Sonntag. Eine offizielle Begründung für die Absage wurde nicht angeführt.

Der iranische Parlamentspräsident Ali Larijani drohte am Sonntag unterdessen mit möglichen "anderen Entscheidungen" der iranischen Führung, da die bisherigen Gespräche über das Atomprogramm Teherans mit der neuesten UNO-Resolution zum "billigen Spiel" geworden seien. Beobachter in Teheran spekulierten, dass diese "anderen Entscheidungen" die weitere Zusammenarbeit mit der Atomenergiebehörde betreffen könnten.

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