Wütende Fans

Wiener Austria vergibt Sieg gegen Kapfenberg

Fußball
14.07.2008 22:24
Austria Wien hat sich nach dem enttäuschenden Auftakt-Remis gegen Kärnten am Sonntag auch in der zweiten Runde der tipp3-Bundesliga nicht rehabilitiert. Die "Veilchen" kamen bei Liganeuling Kapfenberg über ein 2:2 nicht hinaus, ein spätes Eigentor des chinesischen Neuzugangs Sun Xiang (92.) kostete die spielerisch kaum überzeugenden Wiener schließlich den Sieg. Einige Schlachtenbummler der Austria machten nach dem Match ihrem Ärger Luft und randalierten vor dem Stadion. Nach vorübergehenden Festnahmen und mehreren Anzeigen durften die "Fans" mit einstündiger Verspätung die Heimreise antreten.

Nach dem Abpfiff flogen vor dem Franz-Fekete-Stadion Steine, Flaschen und Knüppel. Die betrunkenen Rowdies zündeten in der Nähe eines Gasthauses Mistkübel an und warfen mit "allem, was sie finden konnten", so die Polizei. Die Beamten mussten einschreiten und die Auseinandersetzung schlichten. Ein Uniformierter wurde dabei leicht verletzt.

Zu Problemen kam es anschließend noch bei der Heimreise der Wiener in Bruck an der Mur. Die Austrianer waren in den Intercity nach Wien eingestiegen und machten sich auch dort lautstark bemerkbar. Der Lokführer wollte nicht mit den gewaltbereiten Fans im Zug abfahren. Eine Einsatzeinheit der Polizei musste in den Waggons mitfahren und für Sicherheit sorgen. Insgesamt sind zehn Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und tätlichen Angriffs auf Beamte aufgenommen worden. Außerdem gab es "etliche Verwaltungsübertretungen", erklärte ein Beamter.

Beherzter Auftakt der Kapfenberger
Das Duell der zum Auftakt sieglos gebliebenen Teams begann durchaus gefällig. Kapfenberg versuchte im Gegensatz zum Bundesligaauftakt von Beginn an - vor allem über die linke Seite -, spielerische Akzente zu setzen, schien den Respekt vor der Fußball-Bel-Etage abgelegt zu haben und sorgte durch Bernsteiner, der sich an der Torauslinie verdribbelte (6.), sowie einen Schellander-Volley (9.) schon früh für Gefahr im violetten Strafraum.

Bazina mit erstem Treffer für Austria
Die zweikampfstarken Gastgeber ließen kaum gute Aktionen der Austria zu, die sich in der ersten halben Stunde mit einer Handvoll Halbchancen begnügen musste. Vielmehr ließen Schönberger (24., Kopfball) und Siegl (25., Weitschuss) brauchbare Einschussmöglichkeiten ungenützt. So war denn auch der Führungstreffer für die Favoritner in der 36. Minute dem Zufall, aber auch der individuellen Klasse der Daxbacher-Elf geschuldet: Der von mehreren Kapfenbergern bedrängte Standfest brachte den Ball zu Okotie, der sich auf der rechten Seite nahe der Torauslinie mühelos gegen Rauscher durchsetzte und den Ball zur Mitte flankte, wo Bazina mit einem sehenswerten Volleyschuss die Führung bzw. seinen ersten Treffer für Violett markierte.

Liendl schaffte verdienten Ausgleich
Kapfenberg ließ sich aber nicht entmutigen und wurde schon bald nach dem Seitenwechsel für sein beherztes Spiel belohnt: Nach einem fraglichen Foul von Hattenberger, der Sencar im Strafraum angeblich gezogen hatte, netzte Liendl vom Elfmeterpunkt zum verdienten 1:1-Ausgleich ein (53.). Die Wiener reagierten prompt, drängten in der Folge auf den erneuten Führungstreffer. In der 57. Minute prallte ein Bazina-Freistoß von der Latte zurück ins Feld, kurz darauf hätte Okotie per Kopf die schöne Vorarbeit Netzers fast mit einem Tor vollendet (57.).

Okotie verwandelte gefühlvolle Vorlage in 1:2
Kapfenberg hielt dem gestiegenen Druck vorerst aber stand, übte mit Pressing immer wieder Druck auf die Austria aus und spielte selbst mehrere zumindest im Ansatz gefährliche Aktionen heraus. Just in jener Phase, in der Kapfenberg-Trainer Gregoritsch alles auf eine Karte setzte und Joker Wieger für Taboga brachte (70.), mussten die Gastgeber den zweiten Gegentreffer hinnehmen: Der von der Defensive sträflich alleingelassene Okotie, nahm eine gefühlvolle Vorlage von Acimovic dankend an und netzte aus wenigen Metern unbedrängt zum 2:1 ein (73.).

2:2 durch Eigentor von Sun Xiang 
Erneut ließ Kapfenberg nicht nach. Schließlich sollte sich auch noch die Einwechselung Wiegers, des Spielers und Managers in Personalunion, bezahlt machen: In der zweiten Minute der Nachspielzeit flankte der 36-Jährige hoch zur Mitte, Austrias Defensiv-Mann Sun Xiang, der auch bei seinem zweiten Auftritt nicht zu überzeugen wusste, erzielte im Springen ein lupenreines Volley-Eigentor und bescherte den Kapfenbergern so einen durchaus verdienten Punkt.

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