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09.12.2016 - 06:21
Foto: Microsoft, thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik

Microsofts zweite Surface- Generation am Prüfstand

27.10.2013, 09:00
Aller Anfang ist schwer. Das dürfte sich auch Microsoft gedacht haben, als der Konzern vor einem Jahr mit seinen beiden Surface-Modellen den Sprung als Hardwarehersteller auf den Tablet-Markt wagte – mit mäßigem Erfolg. Insbesondere die Variante mit Windows RT entpuppte sich als Ladenhüter und riss dem Konzern ein Loch in die Kasse.

Das Problem lag jedoch weniger in der Hard- als in der Software und der geringen Akzeptanz des Konsumenten ihr gegenüber. Mit dem Update auf Windows 8.1 hat Microsoft inzwischen viele Kinderkrankheiten seiner bunten Kachelwelt beseitigt und liefert nun mit dem Surface 2 und dem Surface Pro 2 die dazu passende, aktualisierte zweite Generation seiner Geräte. krone.at hat sie getestet.

Verwirrspiel um Windows 8 und RT

Windows 8 und Windows RT – diese Unterscheidung sorgt bis heute für Verwirrung. Denn rein optisch unterscheiden sich die beiden Betriebssysteme nicht voneinander. Beide bieten die neue ModernUI- Bedienoberfläche mit ihren bunten Kacheln und darunter den von Windows 7 bekannten Desktop. Doch Windows RT hat eine entscheidende Einschränkung: Auf ihm lassen sich im Gegensatz zum "normalen" Windows 8 ausschließlich Anwendungen aus dem App Store installieren.

Windows RT lässt sich daher am ehesten mit Apples mobilem Betriebssystem iOS vergleichen, das ebenfalls nur Installationen aus iTunes zulässt, während Mac OS X analog zu Windows 8 auf Notebooks und Standrechner abzielt und dem Nutzer damit einhergehend weitgehendere Freiheiten einräumt.

RT- Namenszusatz wurde gestrichen

Microsoft nannte seine ersten Surface- Geräte gemäß dieser Unterscheidung daher Surface RT und Surface Pro. Beim Surface RT handelt es sich dem allgemeinen Sprachgebrauch zufolge um ein Tablet, beim Pro hingegen um ein vollwertiges Windows- 8-Notebook - ein besonders portables Ultrabook, um genau zu sein.

Mit der Einführung der zweiten Generation von Surface- Geräten versucht Microsoft, die Verwirrung zu beseitigen, und streicht kurzerhand – sogar rückwirkend (siehe Infobox) – das Namenskürzel RT von seinen Produkten. Die Modelle mit Windows RT heißen neuerdings Surface bzw. Surface 2, jene mit Windows 8 Surface Pro (wird nicht fortgeführt) bzw. Surface Pro 2. Ob sich der Konsument damit nun leichter tut, bleibt abzuwarten.

Surface 2: Leichter, dünner, Silber

krone.at hat sich jedenfalls beide neuen und seit dieser Woche in Österreich erhältlichen Surface- Geräte angeschaut. Sie stellen gegenüber ihren Vorgängern eine wenn auch nicht große, so doch in vielerlei Hinsicht sinnvolle Verbesserung dar.

Im Falle des RT- Geräts Surface 2 bedeutet dies zunächst eine kaum sicht- und spürbare Verschlankung von 9,3 Millimetern Gehäusetiefe auf nur noch neun Millimeter sowie eine Gewichtsreduktion von 700 auf 680 Gramm. Wäre da nicht die neuerdings silberne statt schwarzgraue Rückseite des magnesiumlegierten Gehäuses, das Surface 2 wäre von seinem Vorgänger kaum zu unterscheiden.

Schnellere CPU, schärferes Display

Unter der Haube hat sich da schon mehr getan. Statt Nvidias Tegra- 3-Chipsatz mit 1,4 GHz verbaut Microsoft nun den mit 1,7 GHz etwas schnelleren Nachfolger Tegra 4. Im direkten Vergleich mit dem ersten Surface (RT) bedeutet dies einen zwar nicht gerade weltbewegenden, aber spürbaren Geschwindigkeitsschub beim Hochfahren oder Starten von Apps von einigen Sekundenbruchteilen. Für den Konsumenten ausschlaggebender ist schon eher, dass sich – bedingt durch den neuen Prozessor – die Laufzeit von bislang acht auf nun bis zu zehn Stunden verlängert.

Die zweite wesentliche Neuerung betrifft das Display. Seine Größe bleibt mit 10,6 Zoll zwar unverändert, dafür verbessert sich die Auflösung von vormals 1.366 x 768 Pixeln auf 1.920 x 1.080 (208 dpi), also Full HD. Davon profitieren letztlich auch die beiden überarbeiteten Kameras auf der Vorder- und Rückseite des Geräts, die nun mit 3,5 bzw. 5 Megapixeln auflösen. Beim Vorgänger mussten sich beide Kameras noch mit 1,2 Megapixeln zufrieden geben. Eine weitere Verbesserung stellen der schnellere USB- 3.0- Port (vorher USB 2.0) sowie der überarbeitete Kickstand dar.

Flexiblerer Ständer, beleuchtete Tastaturen

Ließ sich der ausklappbare Ständer bei der ersten Generation von Surface- Geräten nur in einer Position fixieren, so sind es nun zwei. Der zweite, flachere Winkel eignet sich insbesondere für das Arbeiten mit dem Surface auf dem Schoß, das dadurch weniger Gefahr läuft, wie bislang beim Videoschauen oder Tippen nach vorne umzukippen.

Apropos tippen: Mit dem Surface 2 und dem Surface Pro 2 hat Microsoft auch zwei aktualisierte Versionen seiner Tastatur- Hüllen veröffentlicht. Sowohl das Touch- (2,75 Millimeter) als auch das Type- Cover (5,4 Millimeter) mit echten Tasten sind in der zweiten Generation geringfügig leichter und schmaler als ihre Vorgänger und verfügen zudem über eine praktische Hintergrundbeleuchtung, was das Arbeiten zu später Stunde erleichtert.

Windows RT: App- Angebot immer noch dünn

Eine Schwäche des Surface 2 stellt mit Sicherheit das nach wie vor vergleichsweise geringe Angebot an Apps über den Microsoft- eigenen Store dar. Allerdings hat sich diesbezüglich in den vergangenen Wochen und Monaten einiges getan. Eine ganze Reihe der populärsten Anwendungen ist inzwischen für das Kachel- Betriebssystem erhältlich - was den Rest anbelangt, so heißt es wohl abwarten.

Denn mit dem langfristig zwangsweise folgenden Umstieg vieler Nutzer von XP, Vista und Windows 7 auf das aktuelle Betriebssystem steigt dessen App- Angebot praktisch von selbst. Mit dem vorinstallierten Office- Paket sowie Outlook, das seit dem Update auf Windows 8.1 auf jedem Surface (RT) zur Verfügung steht, haben produktive Nutzer zudem bereits eine umfangreiche Software- Grundausstattung.

Surface Pro 2 nun endlich mit guter Laufzeit

Beim Surface Pro 2 muss man auf das Gratis- Outlook zwar verzichten, dafür fällt die Beschränkung auf den App Store weg. Das Tablet- Kraftpaket stemmt dank vollwertigem Core- i5- Prozessor mit zwei Kernen und 1,6 Gigahertz Takt sowie vier bis acht Gigabyte RAM nämlich problemlos alle gängigen Windows- Anwendungen – ausgenommen aufwendige 3D- Spiele.

Und weil es sich diesmal um einen Intel- Chip der aktuellen "Haswell"- Generation handelt und Microsoft auch an anderer Stelle Optimierungen durchgeführt hat, bietet das Surface Pro 2 nun mit gut sieben Stunden bei aktivierten Energiesparmechanismen eine ausreichende Laufzeit, um es wirklich als Arbeitsgerät zu verwenden.

Neue Docking Station, besserer Ständer

Für den Einsatz als Arbeitsgerät spricht auch ein neues Zubehörteil: Über eine mit allen wichtigen Anschlüssen ausgestattete Docking Station kann das Gerät nämlich im Büro als Desktop- Ersatz genutzt werden, während es unterwegs das Ultrabook mimt. In dieser Disziplin ist es durch den bereits angesprochenen neuen Kickstand auch besser als der Vorgänger, der auf dem Schoß nicht allzu stabil stand.

Der neue Kickstand kann es zwar weiterhin nicht mit der Stabilität eines auf den Oberschenkeln geparkten Ultrabooks aufnehmen, erledigt seine Aufgabe aber deutlich besser als der Vorgänger.

Lüfter nun leiser, Kameras besser

Äußerlich hat sich beim Surface Pro 2 gegenüber dem Vorgänger wenig getan. Weiterhin strömt aus einem Schlitz im Gehäuse die vom Prozessor produzierte Warmluft – bei der neuen Variante gefühlt jedoch etwas leiser als beim Vorgänger, was auch an der höheren Effizienz der neuen "Haswell"- Prozessoren liegen könnte.

Wie das Surface 2 bietet auch die Pro- Version zwei Kameras mit 3,5 (Front) und fünf (hinten) Megapixeln Auflösung. USB 3.0 ist ebenso an Bord wie alle gängigen Funkstandards (außer NFC) und ein microSD- Kartenleser, mit dem der je nach Modell 64 bis 512 Gigabyte große interne Flash- Speicher erweitert werden darf.

Zu schwer für längere Surf- Ausflüge

Weil das Surface Pro 2 in seinem Inneren im Grunde ein Ultrabook ist, ist das 10,6- Zoll- Gerät mit seinem Full- HD- Display und dem 13 Millimeter dicken Magnesiumgehäuse weiterhin ein vergleichsweise dicker Brummer, zudem ist es mit rund 900 Gramm als Tablet auch relativ schwer.

Für ausgedehnte Surf- Ausflüge auf der Couch eignen sich deshalb leichte Tablets mit ARM- CPU oder Atom- Chip besser, die aber nicht ansatzweise so vielseitig sind wie das Microsoft- Tablet. Wer nur hin und wieder im Touch- Betrieb surft, wird das etwas höhere Gewicht aber verschmerzen können.

Praktisches Zubehör für Business- User

Zumal das Surface Pro 2 in Kombination mit Type- Cover und Docking Station tatsächlich ein zuverlässiger Begleiter im Berufsalltag ist und die Tablet- Funktion sozusagen nebenbei ausfüllt. Dem Anspruch, ein Profi- Tablet zu sein, verleiht das Surface Pro 2 auch durch seinen mitgelieferten drucksensitiven Stylus Ausdruck, der im Test erfreulich präzise funktionierte.

Powerpoint- Folien handschriftlich verzieren und Skizzen einbauen sind eine Freude mit dem Stylus, einzig die Tatsache, dass er sich nicht im Gehäuse verstauen, sondern nur magnetisch an der Ladebuchse befestigen lässt, stört den Gesamteindruck ein wenig.

Ladestecker fummelig, Entsperrknopf eigentümlich

Weiterhin etwas störend fallen zwei Schwachpunkte der Vorgänger auf: die Ladebuchsen beider Surface- Geräte und der Entsperrknopf. Zunächst zu den magnetisch einrastenden Ladebuchsen, an denen ein proprietärer Microsoft- Stecker Anschluss findet: Die sind zwar gut gemeint und bieten den Vorteil, das Ladekabel einfach freizugeben, wenn zu fest daran gezogen wird.

Allerdings ist es nach wie vor mit viel Gefummel verbunden, den Stecker beim Aufladen am Surface zu befestigen, da dieser sich beim Einrasten nur zu gern in seiner Buchse verkeilt. Der Entsperrknopf wiederum schaltet wie schon beim ersten Surface durch einmaliges kurzes Drücken das Gerät ein, was die Gefahr erhöht, das Tablet ungewollt in der Tasche einzuschalten. Dazu kommt, dass die Surface- 2-Geräte so jedes Mal hochfahren, wenn man nur kurz überprüfen möchte, ob sie eingeschaltet sind.

Teures Schwergewicht für Profi- Anwender

Abgesehen von diesen kleinen Schwächen hat Microsoft sich die Kritik an der ersten Generation seiner Surface- Tablets zu Herzen genommen und an den richtigen Stellen nachgebessert. Das Surface Pro 2 ist durch die deutlich bessere Akkulaufzeit und den flexibleren Ständer nun ein deutlich besseres Arbeitsgerät als der Vorgänger und durch die Dockingstation und den Stylus im Berufsalltag gut nutzbar.

Für ein Tablet ist es zwar immer noch vergleichsweise schwer und klobig, dafür ist es aber auch weit produktiver verwendbar als Tablets, auf denen kein vollwertiges Windows 8.1 läuft. Wer unbedingt ein Arbeits- Tablet statt eines Ultrabooks will, dürfte mit dem Surface Pro 2 durchaus glücklich werden – auch, wenn es mit Preisen zwischen rund 900 (64GB) und fast 1.800 Euro (512GB, 8GB RAM) ohne Cover definitiv kein Schnäppchen ist. Zumal auch das Zubehör relativ teuer kommt.

Fazit: Sinnvolle Updates, Apps entscheiden
In seiner zweiten Inkarnation ist das Surface Pro 2 das, was der Vorgänger wegen seiner kümmerlichen Akkulaufzeit nie war: ein mobiles Arbeitsgerät, das einen ganzen Arbeitstag durchhält und für alle Eventualitäten gerüstet ist. Dank der neuen Docking Station macht es nun zudem auch am Schreibtisch eine gute Figur. Und für gelegentliche Surfausflüge auf der Couch ist es ebenfalls gerüstet. Klar verlangt es dem Nutzer sowohl als Ultrabook- Ersatz als auch als Tablet ein paar Kompromisse ab. Trotzdem kommt es dem, was man sich unter einer eierlegenden Tablet- Wollmilchsau vorstellt, schon sehr nahe.

Auch das Surface 2 hinterlässt einen guten Eindruck: Etwas leichter und dennoch ausdauernder als der Vorgänger, dabei nach wie vor tadellos verarbeitet, punktet das Tablet mit sinnvollen Verbesserungen bei der Hardware, allen voran dem Full- HD- Display. Dank Windows 8.1 lässt es sich mit ihm zudem nun auch deutlich besser arbeiten. Sofern Microsoft jetzt noch seine Hausaufgaben macht und das App- Angebot zügig erweitert, dürfte durchaus auch der RT- Variante noch eine rosige Zukunft bevorstehen.

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