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24.06.2017 - 02:38
Foto: thinkstockphotos.de

Blackbox soll für Autofahrer in den USA bald Pflicht sein

10.12.2012, 11:04
US-amerikanische Autofahrer sollen in ihren Fahrzeugen künftig eine Blackbox vorfinden, die Informationen über die Sekunden vor und nach einem Unfall speichert. Einem Vorschlag der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zufolge sollen solche Unfalldatenschreiber ab September 2014 verpflichtend zur Serienausstattung von Neuwagen gehören. Man hofft, auf diese Weise die Vorgänge bei einem Crash besser verstehen zu lernen und Unfälle wirksamer verhindern zu können.
US- Verkehrsminister Ray LaHood erwartet sich von Unfallschreibern in Autos vor allem eine Verbesserung der Verkehrssicherheit, berichtet das IT- Portal "Golem" . Datenschützer sehen den Vorschlag des Ministers hingegen kritisch. So haben etwa US- Bürgerrechtler bereits 2003 davor gewarnt, solche Blackboxen in Autos einbauen zu lassen, da solche Systeme die Fahrer überwachen könnten.

Geräte sollen Daten nur bei Unfällen permanent speichern

Der Plan der Verkehrssicherheitsbehörde sieht derzeit vor, dass die Geräte zwar permanent Daten aufzeichnen, diese aber – wenn kein Unfall passiert – nach kurzer Zeit wieder löschen. Erst ein starker Aufprall oder das Auslösen der Airbags soll die Speicherfunktion der Blackbox auslösen und zur endgültigen Sicherung der Daten führen.

Das Gerät würde dann die aktuelle Geschwindigkeit und noch eine Reihe weiterer Informationen aus den letzten Sekunden vor dem Crash und den Sekunden danach aufzeichnen, berichtet die Website. Zu den von der Blackbox erfassten Informationen würde auch der Zeitpunkt der Betätigung der Bremse gehören, außerdem noch der Zustand der Motordrosselklappe und der Zeitpunkt der Airbag- Auslösung.

Auswertung nur dann, wenn Autobesitzer einverstanden ist

Das Auslesen dieser Daten soll im aktuellen Vorschlag des Ministeriums nur mit Zustimmung des Autobesitzers geschehen. Damit will man Bürgerrechtlern, die aus Datenschutzgründen gegen die Einführung der Blackbox für Autos sind, den Wind aus den Segeln nehmen.

In Europa werden Pläne, Autos mit Unfalldatenschreibern auszustatten, kritisch gesehen. So habe beispielsweise der deutsche Datenschutzbeauftragte Peter Schaar bereits im Jahr 2006 davor gewarnt, dass derlei Geräte die Grundrechte der Autohalter einschränken, da sie unter anderem auch protokollieren könnten, wer wann wo und wie gefahren sei.

Kritisch sehen Datenschützer dem Bericht zufolge auch die Möglichkeit, dass die Daten aus den Blackboxen bei Gerichtsprozessen als Beweismittel zum Einsatz kommen könnten. Die Informationen aus der Blackbox könnten dabei dazu genutzt werden, Autofahrer, die über kein solches Gerät verfügen, mithilfe der Daten aus dem Unfallschreiber des anderen Fahrers zu belasten. Gleichzeitig könnten sie einen Autofahrer freilich auch entlasten.

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