Dieses "soziale Chromosom" liegt laut Angaben der Forscher in zwei Varianten vor: B und b. Weil weibliche Ameisen in ihren Zellen zwei Chromosomen- Sätze haben, entscheidet die Kombination aus B und b, welche soziale Struktur die Kolonie haben wird - so wie zum Beispiel die Geschlechtschromosomen X und Y beim Menschen darüber entscheiden, ob der Nachwuchs männlich oder weiblich ist.
Das Team um den Biologen John Wang von der Universität Lausanne in der Schweiz untersuchte für die Studie mehr als 500 Rote Feuerameisen aus mehreren Kolonien im Süden der USA.
Wenn alle Ameisen einer Kolonie in ihrem Erbgut die Kombination BB trugen, dann akzeptierten sie auch nur eine einzige Königin - und zwar nur eine BB- Königin. Wenn hingegen in einer Kolonie auch Bb- Arbeiterinnen lebten, dann wurden mehrere Königinnen akzeptiert - und zwar nur solche mit der Bb- Kombination. Eine BB- Königin wurde von Bb- Arbeiterinnen sofort getötet.
"Damit wurde zum ersten Mal ein Super- Gen identifiziert, das ein soziales Verhalten bestimmt", wird der Zweitautor der Studie, Yannick Wurm, in einer Pressemitteilung der Queen Mary University of London zitiert. Solche Super- Gene seien bereits von Flügel- Mustern bei Schmetterlingen bekannt.