Do, 23. November 2017

Jugendgefährdung?

07.07.2017 10:51

Wirbel um Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland fordert ein Verbot der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht". Man sehe in ihr eine "große Gefahr insbesondere für psychisch kranke und labile junge Menschen", erklärte der Verband. Die Serie thematisiert den Suizid einer Schülerin. Auch in Österreichs Schulen ist die TV-Serie Thema.

Kritiker fürchten, dass die mitunter detaillierte Darstellung suizidgefährdete Menschen dazu bringen könnte, sie sich als Vorbild zu nehmen. "Jugendliche, die sich mit der Idee der Selbsttötung beschäftigen, werden durch die Serie möglicherweise in Richtung Tat beeinflusst", erklärte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Netflix verweist darauf, dass es bei der Serie eine Kindersicherung gebe und auch bei Zuschauern über 16 Jahren mit Warnhinweisen gearbeitet werde.

Die Diskussion um die Netflix-Serie hat indes auch offiziell die österreichischen Klassenzimmer erreicht. Das Bildungsministerium hat eine Empfehlung für Lehrer veröffentlicht, wie mit dem Drama um Mobbing und Selbstmord unter Teenagern umgegangen werden soll.

Thematisieren, aber nicht darauf hinweisen
Die Pädagogen sollen demnach unter Beachtung der Empfehlung die Serie dann thematisieren, wenn sie davon Kenntnis erlangen, dass Jugendliche diese sehen. "Keinesfalls sollte jedoch auf die Serie ohne begründete Vermutung aufmerksam gemacht und sie somit womöglich erst beworben werden." Sie soll dementsprechend auch nicht als Aufklärungsmaterial verwendet werden, heißt es.

Als problematisch wird in der Empfehlung angesehen, dass in der Serie "keine adäquaten Hilfsmöglichkeiten dargestellt werden, sodass leicht der falsche Eindruck entstehen kann, dass es keine Hilfe gibt oder dass Hilfesuchen keinen Sinn macht".

In der 13 Folgen umfassenden Serie geht es um den Suizid der fiktiven Schülerin Hannah Baker an einer amerikanischen High School. Nachdem sie sich das Leben genommen hat, werden Kassetten gefunden, in denen sie Vorwürfe gegen Familie, Freunde und Mitschüler erhebt. In den USA warnten Psychologen vor Nachahmungstaten, in Neuseeland wurde eine Altersbeschränkung von 18 Jahren verhängt. Netflix hat bereits angekündigt, eine weitere Staffel zu produzieren.

 krone.at
Redaktion
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