Do, 18. Jänner 2018

Krebsleiden erfunden

15.03.2017 10:17

Australische Bloggerin wegen Täuschung verurteilt

Eine australische Gesundheits-Bloggerin, die mit einer erfundenen Krebserkrankung viel Geld eingenommen hat, ist jetzt in Melbourne vor dem Richter gestanden. Die 25-jährige Belle Gibson wurde am Mittwoch von einem Gericht der vorsätzlichen Täuschung für schuldig befunden. Das Strafmaß wird von der Justiz erst später festgelegt.

Die Australierin hatte behauptet, einen Hirntumor mit ayurvedischer Medizin, einer Sauerstofftherapie sowie dem Verzicht auf Gluten und Zucker überwunden zu haben. In Wahrheit war die Frau jedoch nie an Krebs erkrankt.

Mit Buch und App 300.000 Euro lukriert
Nach Erkenntnissen des Gerichts kam die Bloggerin, die durch die Geschichte über ihre vermeintliche Heilung zu einiger Prominenz kam, ab 2013 über eine eigene App "The Whole Pantry" (Die ganze Speisekammer) und den Verkauf eines Buches auf Einnahmen von insgesamt 420.000 australischen Dollar (rund 300.000 Euro). Davon soll Gibson nur etwa 7000 Euro gespendet haben, obwohl sie eigentlich versprochen hatte, einen "Großteil" der Einnahmen an wohltätige Organisationen weiterzureichen.

Richterin: "Nicht alle Menschen sind jederzeit vernünftig"
Richterin Debra Mortimer hielt es in ihrem Schuldspruch für möglich, dass Gibson selbst an eine Krebserkrankung geglaubt habe. "Vielleicht hatte sie andere, psychologische oder psychiatrische Probleme. Nicht alle Menschen sind jederzeit rational und vernünftig." Dennoch sei sie nicht davon überzeugt, dass Gibson unwissentlich gehandelt habe.

Leidensstory war von Anfang an erlogen
Die Bloggerin Gibson selbst war vor Gericht nicht anwesend. Sie hatte im Frühjahr 2015 in einem Interview mit dem Magazin "Women's Weekly" eingeräumt, ihre ganze Leidens- und Genesungsstory von Anfang an erlogen zu haben. "Nichts davon ist wahr", sagte die Frau in der Story mit dem Titel "Mein langer Kampf mit der Wahrheit". Sie habe gedacht, es sei "das Beste", mit allem aufzuräumen, und hoffe nun, dass die Menschen sagen: "Es ist gut, sie ist auch nur ein Mensch." Zu ihrer Motivation, ein solches Lügengebäude zu errichten, sagte Gibson damals lediglich, sie habe eine schwere Kindheit gehabt.

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Redaktion
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