Di, 17. Oktober 2017

Software ist überall

16.08.2016 08:01

Neue mathematische Modelle machen Welt sicherer

Ohne Software funktioniert heutzutage kein Telefonat, keine Banküberweisung, kein Auto, kein Operationstisch. Software hat all diese Systeme effizienter, funktionaler und billiger gemacht. Aber sie ist fehleranfällig und Softwarefehler können das Elektrizitätsnetz zum Ausfall, einen Herzschrittmacher zum Stillstand und ein Flugzeug zum Absturz bringen.

Daher sind die Ingenieurs-Wissenschaften gefordert, Methoden zu entwickeln, die Softwarefehler vorhersagen und neutralisieren können. "Solche Methoden beruhen auf der mathematischen Analyse von Softwaresystemen, ähnlich den statischen Gleichungen zur Berechnung der Stabilität eines Gebäudes oder den dynamischen Gleichungen zur Steuerung eines Motors", so Prof. Thomas Henzinger, Leiter des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg. "Ähnlich, aber doch grundverschieden: Während ein Gebäude voraussichtlich nicht einstürzen wird, wenn eine Niete vergessen wurde, kann bei Software die allerkleinste Ungenauigkeit - etwa das Tauschen einer 0 und 1 in einem Programm - zur Katastrophe führen."

Henzinger hat in seiner 30-jährigen Forscherkarriere mathematische Modelle entwickelt, die unsere Software-abhängige Welt sicherer machen. Sie bilden heute die Grundlage für industrielle Softwareentwicklungs- und Zertifizierungsprozesse. Dennoch können sich die Forscher nicht zurücklehnen.

Es entstehen ständig neue Anforderungen und Anwendungsbereiche für Software: Ist etwa die Dauer einer Berechnung von sekundärer Bedeutung, wenn sie am PC durchgeführt wird, so muss der Autopilot im Flugzeug die Ergebnisse in Echtzeit verwerten und der Bank-Computer außerdem die Privatsphäre der Kunden schützen.

Es ist oft davon zu lesen, dass Roboter den Menschen immer mehr Routinearbeiten - bis hin zum Autofahren - abnehmen werden. Die Aufgabe, diese Maschinen zu programmieren, und zwar in einer Art und Weise, die zum Beispiel das Autofahren sicherer macht, bleibt aber eine Herausforderung für menschliche Kreativität und Erfindergeist.

Zur Person:
Thomas Henzinger ist gebürtiger Linzer, der zum Informatikstudium an die Stanford University im Silicon Valley (Kalifornien) gegangen und nach einer 25-jährigen Karriere im Ausland vor sieben Jahren als Leiter des neugegründeten Institute of Science and Technology (IST) Austria nach Österreich zurückgekehrt ist. 2012 hat er mit dem Wittgenstein-Preis die höchste wissenschaftliche Auszeichnung Österreichs erhalten.

In der Serie "Krone der Wissenschaft" stellen wir Projekte von Spitzenforschern und -forscherinnen in Österreich vor. Ausgewählt werden sie von Prof. Dr. Georg Wick, dem Leiter des Labors für Autoimmunität an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).