Fr, 17. November 2017

Nachgefragt:

07.09.2015 14:56

Wie neue Prozessortechnik unseren Alltag verändert

Der Prozessorgigant Intel hat auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin seine neue Chipgeneration "Skylake" präsentiert und einige Anwendungsbeispiele für seine Mikrocomputer Curie und Quark gezeigt. Was aber bringen die neuen Chips im Alltag der Computernutzer? krone.at hat auf der IFA bei Intel-Manager Christian Morales nachgefragt.

Mit der neuen "Skylake"-Generation hat Intel die Rechenpower seiner Core-i-Chips weiter gesteigert und den Stromverbrauch gesenkt. Das ermöglicht nicht nur dünnere und ausdauerndere Laptops und potentere PCs und All-in-Ones, sondern verändert auch die Art, wie wir Computer nutzen, gibt sich Intel-Manager Morales überzeugt.

Das gelte etwa für die Interaktion mit dem Rechner. Waren bisher Maus und Tastatur die wichtigsten Schnittstellen zwischen Nutzer und PC, sollen durch neue CPU-Technik weitere hinzukommen.

Neue PC-Interaktionsmöglichkeiten mit "Skylake"
Die Rechenpower von "Skylake" könnte man laut Morales beispielsweise für Sprach- und Gestenerkennung verwenden, zudem ließe sich die Sicherheit mit biometrischen Verfahren verbessern – etwa, wenn das Gesicht zum Passwort wird.

Wie zuverlässig das ist, haben Intel und Microsoft kürzlich in einem Versuch demonstriert. Dabei wurde ein mit RealSense-3D-Kamera ausgestatteter Laptop mit Windows 10 mit Gesichtserkennung gesichert und anschließend mit Zwillingen konfrontiert.

Das verblüffende Ergebnis: Die Kamera war imstande, die Zwillinge beim Login-Versuch zu unterscheiden und nur dem richtigen Nutzer Zugang zum PC zu gewähren.

Neue Anforderungen in der vernetzten Wirtschaft
Fortschritte sollen die neuen Chips auch beim mobilen Arbeiten mit sich bringen. "Seit dem Tablet-Boom erwarten die Leute lange Laufzeiten von Laptops", sagt der Intel-Manager. Und mit "Skylake" sei man nun tatsächlich in der Lage, mobile Arbeitsgeräte mit zehn Stunden Akkulaufzeit anzubieten, die gleichzeitig dünner und leistungsfähiger als ihre Ahnen sind.

Für die "kollaborative Welt" der Wirtschaft, die immer weiter voranschreitet, sei dies von entscheidender Wichtigkeit. Wenn Besprechungen durch hochauflösende Video-Chats ersetzt werden und Menschen rund um den Globus zusammenarbeiten, brauche es IT-Plattformen, die für diese Szenarien gerüstet sind.

Intel forciert Standard für kabelloses Laden
Geht es nach Morales, gehören zu diesen Plattformen freilich nicht nur Prozessoren, sondern auch das technische Drumherum. Kabelloses Laden will der Chipkonzern beispielsweise mit eigenen Standards ebenfalls vorantreiben.

Die Idee: Wer viel mit seinem Laptop reist, soll unabhängig von – in fremden Ländern womöglich nicht mit dem eigenen Netzteil kompatiblen – Steckdosen werden und sein Gerät stattdessen überall dort laden, wo es entsprechende Ladeplatten dafür gibt – etwa in Büros oder Kaffeehäusern.

Intel treibt Internet der Dinge voran
Dabei könnte es gut passieren, dass die Laptops auf den Ladeplatten nur ein paar von Dutzenden Rechnern in den Kaffeehäusern der Zukunft sind. Im Verborgenen treibt Intel mit seinen Mini-Computerplattformen Quark, Curie und Edison nämlich den Gedanken vom Internet der Dinge voran.

Vernetzte Geräte sollen in den nächsten Jahren massiv an Fahrt aufnehmen. "Sie werden von jeder großen Firma kommen", ist Morales überzeugt. Vernetzte Autos werde es ebenso geben wie vernetzte Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft, intelligente Kleidung oder vernetzte Haushaltsgeräte und Haussensoren.

Und was hat der Durchschnittsbürger davon? Mehr Lebensqualität und geringeren Stromverbrauch zum Beispiel, glaubt Morales. Lebensqualität sollen etwa die vielen mit Sensoren ausgestatteten Geräte bringen, die wir künftig an unseren Körpern tragen. Sie protokollieren, was wir tun – und mahnen im Idealfall dazu, der Gesundheit zuliebe noch etwas mehr zu tun.

Weniger Energie- und Wasserverbrauch
Der Energieverbrauch ließe sich durch das Internet der Dinge ebenfalls senken. Wenn Geräte – etwa durch Datenanalyse in der Cloud - wissen, wann Verbrauchsspitzen herrschen, können sie diese meiden und so die Strom-Infrastruktur schonen. "30 Prozent aller Kraftwerke könnten so überflüssig werden", sagt Morales.

Ein anderes Anwendungsszenario von Mikrocomputern wie Curie: die Landwirtschaft. Die intelligente Analyse des Bedarfs von Nutzpflanzen mit vernetzten Mikrocomputern könnte helfen, bedarfsorientierter zu bewässern und den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft beispielsweise in trockenen Regionen um bis zu 80 Prozent senken.

Freilich: Damit das auch klappt, braucht es innovative Ideen. Mikrocomputer für den Bau eines Pflanzenbewässerungssensors zu verwenden, sei beispielsweise die Idee eines erst 14-jährigen Tüftlers gewesen, weiß Morales. Der Bursch hatte seine Idee mit Intel-Technik und Teilen aus dem 3D-Drucker umgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden