Sa, 16. Dezember 2017

"Treasure Map"

16.09.2014 18:47

NSA nutzt Netze von Telekom Austria und Uni Wien

Der US-Geheimdienst NSA soll auch österreichische Telekommunikationsnetze für seine Spionagetätigkeiten nutzen. Das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete unter Berufung auf vom ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden veröffentlichte Unterlagen, dass die NSA versuche, "das Internet zu kartografieren". Dafür seien auch Netze der Telekom Austria (TA) und der Universität Wien genutzt worden.

Durch das Spionageprogramm "Treasure Map" versuche die NSA, jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, jederzeit orten zu können, um Computerattacken und Netzwerk-Spionage zu verhindern, soll aus den Unterlagen hervorgehen. Dem "Spiegel" zufolge verfügt der US-Geheimdienst auch in Deutschland über verdeckte Zugänge zu Internetanbietern, die ihm eine direkte Überwachung ermöglichen. Betroffen sind der Internetprovider Netcologne und die Deutsche Telekom. Beide Unternehmen haben nach eigenen Angaben Nachforschungen betrieben, aber bislang keine verdächtigen Vorrichtungen oder Datenverkehr festgestellt.

Datenleitungen der Telekom Austria im Visier
Der "Standard" berichtete daraufhin am Dienstag unter Berufung auf die Snowden-Unterlagen, die NSA habe auch Datenleitungen in Österreich, konkret von der Telekom Austria und der Universität Wien, besonders im Auge. In vom "Spiegel" am Montag veröffentlichten NSA-Dokumenten seien Hinweise auf die Nutzung des Telekommunikationsnetzes der TA aufgetaucht, hieß es in dem Bericht. Auch werde der österreichische Telekommunikationskonzern erstmals namentlich von der NSA erwähnt. Laut TA-Sprecher Peter Schiefer dürfte die NSA die Datenleitungen benutzen, um das gesamte Netz zu durchleuchten.

Auch Netz der Uni Wien in Dokumenten erwähnt
Auch ein Netz der Universität Wien, das Teil des wissenschaftlichen ACOnet und des Webknotens "Vienna Internet eXchange" (ViX) sei, werde explizit in den Unterlagen des Geheimdienstes erwähnt. Der vom Zentralen Informationsdienst (ZID) der Universität Wien betriebene Webknoten wurde bereits kurz nach dem Auffliegen der NSA-Überwachungsaffäre als möglicher Lauschposten in Österreich genannt. Über 100 Unternehmen, darunter Facebook, haben sich dort mit eigener Technik eingerichtet.

Michaela Bociurko vom ZID erklärte allerdings gegenüber dem "Standard", dass der Universität Wien derzeit keine Erkenntnisse "auf eine geheimdienstliche Zweckentfremdung ihrer Einrichtungen" vorliege.

Bereits im Juli war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter der Universität Salzburg ins Visier der NSA geraten war. Die Internetadresse eines von ihm betriebenen Servers fand sich im Quellcode des NSA-Überwachungsprogramms "XKeyscore", mit dem Nutzer und Netzwerkadministratoren des Anonymisierungsnetzwerkes "Tor" ausspioniert werden.

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