So, 17. Dezember 2017

Unauffindbar

21.01.2013 10:20

Tarn-Mode soll vor Überwachung schützen

Ein Cape, das vor der Erkennung durch Militär-Drohnen schützt, eine Tasche, die die Handy-Ortung blockiert: Designer Adam Harvey hat sich auf Mode zur Tarnung und zum Austricksen des modernen Überwachsungsstaates spezialisiert. In London präsentiert der US-Amerikaner jetzt seine neueste Kollektion - eine Mischung aus Kunstprojekt und durchdachter Kleidung mit komplexem Technikhintergrund. Zu sehen ist sie bis zum 31. Jänner in den Räumen des Londoner Magazins "Tank".

Harveys "Anti-Drone-Hoodie" etwa schützt seinen Träger vor der Erkennung durch Wärmekameras, wie sie in Drohnen zum Einsatz kommen. Das "XX-Shirt" hat dort, wo das Herz des Trägers ist, einen Aufdruck, der als eine Art Schild wirkt und den Körper vor Röntgenstrahlen schützt. Wer sein Handy in die "Off Pocket" steckt, der schaltet damit den Empfang des Gerätes aus und kann damit nicht mehr auf Schritt und Tritt über das Signal verfolgt werden.

Harvey vergleicht seine Mode-Entwicklung mit der Erfindung von Nieten an Hosen, wie er in einem Interview mit "Tank" erklärte. Die Nieten seien an den Hosen angebracht worden, weil Bergarbeiter robustere Kleidung gebraucht hätten. Heute müssten die Menschen ihre persönlichen Daten schützen.

"Wenn man ein Smartphone hat, hinterlässt man immer eine Spur", sagt Harvey. "Als ein Verfechter der Privatsphäre habe ich davon geträumt, eine Hose zu haben, die eine An- und Ausschalt-Tasche hat." Er habe nach einem mit Metall versetzen Material gesucht, das den Empfang ausblende. "Darüber habe ich das Potenzial für Metall-Stoffe entdeckt." Das sei der Anfang für seine Kollektion gewesen.

Günstig ist der Schutz der eigenen Privatsphäre und Daten allerdings nicht. Die abschirmende Smartphonehülle schlägt mit umgerechnet rund 119 Euro zu Buche, der Anti-Drohnen-Schal kostet rund 441 Euro. Das ist allerdings noch immer billiger, als bei einem etwaigen Drohnen-Angriff mit dem Leben bezahlen zu müssen.

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