Mi, 22. November 2017

Streit um Standard

22.03.2012 08:55

Apple im Clinch mit Herstellern um neue Nano-SIM

Dass die SIM-Karten in künftigen Mobiltelefonen noch kleiner werden sollen, darüber sind sich die Hersteller einig. Offenbar aber nicht darüber, wie ein einheitlicher Standard aussehen soll. Apple und andere Hersteller sollen daher aktuell im Clinch liegen. Bei der europäischen Standardisierungs-Organisation ETSI seien zwei rivalisierende Vorschläge für eine "Nano-SIM" eingereicht worden, berichtete die "Financial Times" am Mittwoch. Die ETSI wolle kommende Woche eine Entscheidung treffen.

Die von Apple entwickelte Variante werde von den meisten europäischen Mobilfunk-Konzernen unterstützt, hieß es. Auf der anderen Seite stehen demnach Konkurrenten wie der Mobilfunk-Pionier Motorola, der gerade von Google übernommen wird, sowie Nokia und der Blackberry-Anbieter Research in Motion.

Diese Gruppe mache sich Sorgen, dass Apple am Ende die Patente für die Technologie halten könnte, schrieb die Zeitung. In der Mobilfunk-Branche tobt gerade ein erbitterter Patentkrieg, in dem sich unter anderem auch Apple und Motorola mit vielen Klagen gegenüberstehen.

SIM-Standard wichtig für künftige Geräte-Generationen
Auf den SIM-Karten (Subscriber Identity Module) werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. In Smartphones kommt heute schon oft eine kleinere Micro-SIM zum Einsatz. Die Nano-SIM solle dann nur noch ein Drittel der bereits verkleinerten Karten ausmachen und etwas dünner sein.

Der Standard für die nächste SIM-Generation ist deshalb so wichtig für alle Hersteller, weil er bei der Entwicklung künftiger Geräte berücksichtigt werden muss. Eine kleinere SIM-Karte erlaubt die Entwicklung kompakterer und flacherer Geräte bzw. ermöglicht es, den gewonnenen Platz für andere Komponenten zu verwenden, etwa einen größeren Akku.

Streit um Abstimmungsprozess
Der "Financial Times" zufolge gibt es auch Streit um den Abstimmungsprozess bei der ETSI. Der Zeitung lägen Unterlagen vor, denen zufolge Apple sechs europäische Gesellschaften als Vollmitglieder angemeldet habe, um mehr Stimmen zu bekommen. Dabei könne jede Firma mit mehr als acht Milliarden Euro Umsatz bis zu 45 Stimmen bekommen. Bislang habe Nokia mit 92 Stimmen das größte Einzelgewicht gehabt.

Laut früheren Medienberichten hatte Apple auch schon die Idee verfolgt, Geräte mit fest verbauten SIM-Modulen zu bauen, die dann bei verschiedenen Netzanbietern aktiviert werden könnten (siehe Infobox). Diese Lösung stieß demnach jedoch auf Widerstände in der Mobilfunkbranche.

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