So, 17. Dezember 2017

Trotz Kritik

10.08.2010 11:41

D: Street View bis Ende des Jahres online

Trotz anhaltender Kritik will Google bis Ende des Jahres mit seinem Kartendienst Street View auch in Deutschland online gehen. Das Angebot wird zunächst für 20 Städte zwischen München und Hamburg eingeführt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. "Für Österreich gibt es derzeit noch keine Detailplanung", erklärte Google-Sprecher Kay Oberbeck. Dies liegt vielleicht auch daran, dass in der Alpenrepublik derzeit auch nicht fotografiert wird - aufgrund einer durch die Datenschutzkommission verordneten "Zwangspause".

Google Street View musste die Fahrten seiner Autos in Österreich einstellen, nachdem bekannt geworden war, dass bei den Aufnahmen auch persönliche Daten von Internetnutzern aus unverschlüsselten WLAN-Netzwerken aufgezeichnet worden waren. Das Unternehmen sprach anschließend von einem Fehler. Die Daten seien wegen eines Programmierfehlers in den für Street View verwendeten Kameraautos versehentlich erfasst worden.

"Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Entscheidung", versicherte Gregor König von der Datenschutzkommission und stellte eine solche für die nächsten ein bis zwei Monate in Aussicht. Diese könne positiv oder negativ ausfallen, aber auch verschiedenste Auflagen für die Fahrten von Street View enthalten.

Widerspruch per Online-Formular
In Deutschland sollen Mieter und Hausbesitzer mit einem Online-Formular die Gelegenheit bekommen, ihr Gebäude unkenntlich zu machen. Diese Möglichkeit werde Anfang nächster Woche bereitgestellt, sagte der Google-Beauftragte für den Datenschutz in Deutschland, Per Meyerdierks. Die Bewohner der 20 Städte mit dem Street-View-Angebot haben dann etwa "vier Wochen Zeit, um über dieses Tool Widersprüche anzumelden".

Neben dem Online-Widerspruch kann man auch mit einem Brief Einspruch gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen einlegen. Das Bild des entsprechenden Gebäudes wird dann nach Angaben von Google unkenntlich gemacht, sodass es nur noch schemenhaft zu sehen ist.

Die Möglichkeit zum Widerspruch bereits vor Veröffentlichung der Aufnahmen gehört zu einem 13-Punkte-Plan, den Google mit den Datenschützern vereinbart hat. Die Bearbeitung der Widersprüche werde einige Wochen in Anspruch nehmen, sagte Google-Sprecherin Lena Wagner. Danach werde das Angebot online gestellt. "Wir hoffen, dass dies im November der Fall sein wird."

Angst vor Missbrauch für kriminelle Zwecke
Schon früh haben die Pläne für Street View zu heftiger Kritik geführt. Einzelne Bürger wie kommunale Entscheidungsträger fürchteten, das Angebot könnte für kriminelle Zwecke wie den Einbruch in Häusern missbraucht werden. Die Kritik wurde noch lauter, nachdem im Mai bekannt geworden war, dass bei den Kamerafahrten für Street View auch Daten aus offenen Funknetzen miterfasst und von Google gespeichert wurden.

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