Do, 26. April 2018

Nach Skitour vermisst

14.04.2018 09:48

Verschollener OBI-Chef: Familie gibt Hoffnung auf

Die Familie des vermissten Milliardärs Karl-Erivan Haub hat die Hoffnung aufgegeben, den Unternehmer, dem unter anderem die OBI- und Kik-Märkte gehören, noch lebend zu finden. Der 58-jährige Deutsche war vor einer Woche allein zu einer Skitour am Klein Matterhorn in der Schweiz aufgebrochen - seither fehlt von ihm jede Spur.

Nach mehr als sieben Tagen „in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes“ bestehe keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr, teilte die Sprecherin der Unternehmerfamilie, Sieglinde Schuchardt, am Freitag mit. „Dieses Unglück ist sowohl für die Familie Haub als auch für das gesamte Familienunternehmen eine furchtbare und für alle unfassbare Tragödie.“

Bereits nach vier Tagen hatte der leitende Rettungsarzt Axel Mann nur noch eine minimale Überlebenschance gesehen. Die Überlebendensuche werde nun auf eine Bergungssuche umgestellt und fortgesetzt, hieß es am Samstag. Der Milliardär soll unbedingt gefunden werden, betonte die Familie. Das Familienunternehmen übernehme alle dafür anfallenden Kosten. 

Allein und leicht bekleidet zu Skitour aufgebrochen
Haub war am vergangenen Samstagmorgen allein zu einer Skitour am Klein Matterhorn aufgebrochen und am Nachmittag nicht wie verabredet in ein Hotel in Zermatt zurückgekehrt. Haub war nur leicht bekleidet. Er wollte für ein Skirennen trainieren.

Mit einer Seilbahn war der Manager am Morgen zur Bergstation gefahren, die auf 3820 Metern liegt. Von dort aus gibt es Abfahrten Richtung Zermatt und Italien. In welche Richtung er aufbrach, ist unbekannt. Gegen 8.30 Uhr sendete sein Handy das letzte Signal. Seine Spur verlor sich.

Die Familie hatte am nächsten Tag in der Früh Alarm geschlagen und den Rettern unbegrenzte finanzielle Mittel für die Suche zur Verfügung gestellt. Die gestaltete sich vor allem wegen des Wetters schwierig. Zeitweise waren 60 Rettungskräfte auch mit Hubschraubern in dem schwierigen Terrain auf Schweizer und italienischer Seite im Einsatz.

Tausende Gletscherspalten in der Region
In der Region gibt es Tausende Gletscherspalten, teils Hunderte Meter tief. Die Einsatzkräfte seilten sich in die bekanntesten Spalten ab und leuchteten sie aus. Doch von Haub fehlte jede Spur.

Das Vermögen der Unternehmerfamilie wurde zuletzt vom „Manager-Magazin“ auf rund 4,2 Milliarden Euro geschätzt. Zu dem Familienimperium Tengelmann gehören unter anderem Deutschlands größter Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette OBI. Beide Handelsketten sind auch hierzulande vertreten. OBI ist in Österreich seit der Baumax-Übernahme Marktführer.

 krone.at
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