So, 27. Mai 2018

Unglaublich

02.03.2018 06:00

Gefährliche Ausreden der Raucher

Das Qualmen ist eine Sucht, das ist bekannt. Die Argumente zur Verteidigung derselben gehen oft an der Wahrheit vorbei. Ein Auszug aus den gängisten Ausreden

Raucher reden sich um Kopf und Kragen, wenn es darum geht, ihr Laster zu verteidigen – vor den anderen und wohl auch vor sich selbst. Experten der Österreichischen Krebshilfe haben die gängigsten Ausreden auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft:

So gefährlich sind Zigaretten gar nicht, ich kenne 90-Jährige, die rauchen.
Nur 22 Prozent der Betroffenen sehen ein, dass Qualmen gefährlich ist. Dabei sterben etwa 13.000 Menschen jährlich in Österreich an den Folgen des Tabakrauchs! Jeder zweite büßt mit Krankheiten: Arterienverkalkung der Hirn-, Herzkranz- und Beingefäße mit den Folgen von Schlaganfall, Herzinfarkt oder Raucherbein. Aber auch 15 verschiedene Tumorerkrankungen werden durch Rauchen gefördert. Bei 15 bis 40 Prozent kommt es zu chronischen Entzündungen und Verlust der kleinsten Atemwege (Lungenbläschen). Die daraus resultierende COPD (chronisch obstruktive Bronchitis) und Zerstörung der Lunge (Emphysem) rauben den Atem. Zahnfleisch- und Speiseröhrenentzündung, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Knochenschwund (Osteoporose) und vermehrte Gerinnselbildung stehen ebenfalls in direktem Zusammenhang.

Ich rauche eh nur hin und wieder, ich habe es im Griff.
Auch wenn viele meinen, sie hätten ihr Rauchverhalten unter Kontrolle – mit jeder Zigarette begeben sie sich in eine stärkere Abhängigkeit. Die Hälfte aller Einsteiger ist nach sechs Monaten tabakabhängig. Auch die sogenannten „Gesellschaftsraucher“ sind eher als Mythos anzusehen, bedenkt man, dass etwa 40 Prozent der Qualmer ihre erste „Dosis“ bereits nach dem Aufstehen brauchen.

Ich rauche eh keine Zigaretten, nur hin und wieder eine Shisha oder Wasserpfeife.
Derzeit boomen E-Produkte (Elektrische Zigaretten, E-Zigarren oder E-Shishas). Da scheinbar nur aromatisierter Wasserdampf inhaliert wird, bestünden somit keine Gefahren für „Dampfer“ selbst und auch keine Beeinträchtigung seines Umfeldes – was so nicht stimmt! Shishas können erstens als Einstieg in die Nikotinabhängigkeit betrachtet werden und sind auch deutlich schädlicher als eine filterlose Zigarette, denn Wasser kühlt zwar den glosenden Rauch, löst aber die gefährlichen toxischen Schadstoffe nicht aus dem Rauch.

Auf der Straße gibt es viel mehr Feinstaubbelastung.
Die Feinstaub- und Schadstoffbelastung liegt in verqualmten Innenräumen oft deutlich über den im Freien erlaubten Werten, in solchen Gaststätten 10- bis 20-fach und in Diskotheken ist sie bis zu 80-mal höher als auf der Straße!

Das bisschen Passivrauch bringt niemanden um.
Falsch! Auch wenn andere qualmen, leiden Nichtraucher. „Second-Hand-Smoke“ enthält Tabakfeinstaub. Diese weniger als 10 Mikrometer kleinen Partikel sind deswegen so gefährlich, weil sie tief in die Lunge gelangen. Die Folgen sind Asthma, Lungenentzündung, Bronchitis, Krebserkrankungen und Herz- Kreislauferkrankungen.

Dr. Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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