Mi, 21. Februar 2018

Keine Gnade

01.10.2008 12:37

Diese Virenjäger machen kurzen Prozess

Viren, Würmer, Trojaner und Co.: Das Internet steckt voller Gefahren. Antiviren-Programme versprechen, das Risiko beim Surfen auf ein Minimum zu reduzieren. Doch welche Software hilft wirklich? Das herauszufinden haben sich die Mitarbeiter der Innsbrucker Firma "AV-Comparatives", eines der weltweit bekanntesten unabhängigen Testlabore für Antiviren-Programme, zum Ziel gesetzt. Für ihre August-Studie nahmen die Virenforscher 16 aktuelle Security-Suiten unter die Lupe und untersuchten, wie schnell und zuverlässig diese PC-Schädlinge entdecken und bekämpfen. Das für den Nutzer Erfreuliche daran: Unter den Testsiegern finden sich auch drei Programme, die - in abgespeckter Version - kostenlos heruntergeladen werden können.

Über eine Million Computer-Schädlinge, darunter mehr als 700.000 Trojaner, 256.000 Backdoor-Programme, 63.000 Würmer, 42.800 Windows-Viren, 10.000 Skripten, 2.500 Makroviren sowie 13.000 weitere Schädlinge, ließen die Innsbrucker auf die Antiviren-Programme los. Sämtliche Malware stammte dabei aus dem Zeitraum von Oktober vergangenen bis Juli dieses Jahres.

Den Gesamtsieg trug die Antivirenlösung "AntiVir Premium" von Avira davon, knapp gefolgt vom "AntiVirusKit" aus dem Hause G Data. Auch Symantec und dessen "Norton Anti-Virus", "VirusScan Plus" von McAfee in der Enterprise-Edition, die "Professional Edition" von avast!, TrustPorts "Antivirus Workstation", "Anti-Virus 2009" von Kaspersky sowie "Anti-Virus 8.0" von AVG erhielten das höchste Gütesiegel "Advanced +".

Immerhin noch ein "Advanced" (Fortgeschritten) gab es für die Security-Suiten von BitDefender ("Antivirus 11"), F-Secure ("Anti-Virus 2009"), ESET ("NOD32 Anti-Virus 3.0"), eScan ("Anti-Virus 9.0"), Sophos ("Endpoint Protection") und Norman ("Antivirus & Antispyware 7.1"). Lediglich ein "Standard" gab es hingegen für Microsofts Virenschutz "OneCare" sowie McAfees "VirusScan Plus" in der Home-Ausgabe. Der "Scanner for Windows" von VBA machte seinem Namen keine Ehre und ging leer aus.

Symantec "sprintet" davon
Geprüft wurde nicht nur, welche Software wie viele Schädlinge erkennt, sondern auch, mit welcher Geschwindigkeit dies geschieht. Mit einem deutlichen Vorsprung landete hier Symantec auf Platz eins, ebenfalls schnell scannten die Programme von Avira, Kaspersky, McAfee, Sophos, AVG und ESET. Nur durchschnittliche Leistungen erbrachten die Virenlösungen von G Data, BitDefender, avast!, Norman, Microsoft und F-Secure. Das Schlusslicht im Bereich der Datendurchsatzgeschwindigkeit bildete abermals VBA sowie die Programme von TrustPort und eScan.

Kaum Fehlalarme bei Microsoft und McAfee
Ebenfalls untersucht wurde von "AV-Comparatives", inwieweit die getesteten Programme Falschalarme verursachten, also harmlose Dateien als gefährlich einstuften. Hier konnte sich Microsoft zusammen mit McAfee an die Spitze setzen. Mit 15 Fehlalarmen immer noch gut schnitten F-Secure, Symantec, eScan und ESET ab. Mit 17 (Avira) bis 62 (G Data) fälschlicherweise als schädlich eingestuften Dateien landeten die restlichen Virenjäger im Mittelfeld. Einzige Ausnahme: "Endpoint Protection" von Sophos, das mit 117 Fehlalarmen das Schlusslicht bildete. 

Erst testen, dann kaufen
Allen Zahlen zum Trotz betonen die Innsbrucker Virenspezialisten, dass ihre Ergebnisse nicht als eindeutige Kaufempfehlung zu verstehen sind. Vielmehr sei es wichtig, Antivirenprogramme selbst auszuprobieren, um sich von den Funktionen und der Bedienungsweise ein eigenes Bild zu machen. Drei der als sehr gut eingestuften Programme machen es dem Nutzer in dieser Hinsicht besonders leicht und bieten kostenlose Antiviren-Lösungen zum Download an (die allerdings nicht dem Leistungsumfang der Suite entsprechen!), darunter etwa das populäre AntiVir in der PersonalEdition, die HomeEdition von avast! oder Anti-Virus-Free von AVG. Von den übrigen Testsiegern können die Suiten meist 30 Tage lang kostenlos getestet werden. Die entsprechenden Links dazu findest du in der Infobox.

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