Eine Zuweisung ins Schlaflabor erfolgt dann, wenn Fachärzte Anlass dazu sehen. Den Hausarzt sollte man aufsuchen, wenn man unter anhaltender Müdigkeit tagsüber, lautem Schnarchen oder Atemaussetzern leidet. Ein erstes Schlafscreening, die sogenannte Polygraphie, wird in der Regel durch einen Lungenfacharzt oder HNO-Arzt durchgeführt. Erst bei auffälligen Vorbefunden erfolgt die Zuweisung an ein Schlaflabor.
Der stationäre Aufenthalt im Schlaflabor startet mit einem intensiven Arztgespräch und einer körperlichen Untersuchung. In der Nacht werden zahlreiche Messwerte erfasst: Elektroden und Sensoren zeichnen u. a. Hirnaktivität, Atmung, Sauerstoffsättigung, Herzrhythmus sowie Muskelaktivität auf. Ergänzend werden ein EKG, Laboruntersuchungen und eine erweiterte Lungenfunktionsprüfung durchgeführt, um einen umfassenden Überblick über den Gesundheitszustand und etwaige Grund- oder Begleiterkrankungen zu erhalten.
Anhand dieser Daten können die Ärzte feststellen, ob die Atmung im Schlaf gestört ist, um welche Form der Schlafapnoe oder Atemstörung es sich handelt und wie stark diese ausgeprägt ist. Gleichzeitig lassen sich bereits bestehende Auswirkungen auf den Körper erkennen, etwa Veränderungen des Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalts im Blut oder Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems.
Als Goldstandard der Therapie gilt die Überdruckbeatmung. Dabei wird ein Gerät, etwa in der Größe eines Radioweckers, individuell auf den Patienten eingestellt. Über eine Gesichtsmaske erzeugt das Gerät Druckverhältnisse, die die Atemwege während des Schlafs offen halten. Je nach Befund können auch Atemfrequenz oder sogar eine unterstützende Beatmung angepasst werden, um die Blutgase optimal zu stabilisieren. Da diese Therapie die Atmung unterstützt, die Ursache jedoch meist nicht beseitigt, handelt es sich in der Regel um eine langfristige, oft lebenslange Behandlung.
Frühzeitige Diagnose ist wichtig
Je nach Befund kommen jedoch auch Alternativen infrage. Treten die Atemaussetzer ausschließlich in Rückenlage auf, kann eine Lagetherapie hilfreich sein. Eine weitere Möglichkeit ist die Protrusionsschiene, die den Unterkiefer nach vorne verlagert und dadurch mehr Platz in den oberen Atemwegen schafft. In ausgewählten Fällen, insbesondere bei anatomischen Veränderungen im HNO-Bereich, können auch operative Eingriffe sinnvoll sein.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine deutliche Gewichtsabnahme zu einer Heilung beitragen, allerdings gilt dies nicht für alle Formen der Schlafapnoe. Auch die erfolgreiche Behandlung von Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz oder COPD kann die Beschwerden spürbar verbessern. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose, damit die individuell passende Therapie eingeleitet und die Lebensqualität langfristig verbessert werden kann.
von Monika König-Krisper