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27.09.2026

Vital Leben

Der Schlaf als Spiegel der Seele

Man liegt im Bett, die Gedanken kreisen, von Schlaf kann keine Rede sein – ein Kreislauf, der zu fatalen Problemen führen kann!

Foto: DimaBerlin - stock.adobe.com

Wer kennt das nicht? Es gibt Nächte, da wacht man auf und es gibt kein Einschlafen mehr. Zu sehr kreisen die Gedanken. Solange das nicht zur Normalität wird, ist das keine große Sache. In diesen Fällen kann es helfen, einmal aufzustehen und etwas Monotones wie Bügeln oder Geschirrabwaschen zu gehen. Lesen, Fernsehen oder aufs Handy schauen, sind in so einer Situation übrigens absolut kontraproduktiv! Werden Schlafprobleme jedoch zum Dauerzustand, ist definitiv Handeln angesagt!

Wenn Probleme mit ins Bett genommen werden

Foto: Christian Jauschowetz
Foto: Christian Jauschowetz

Doch wann spricht man eigentlich von Schlafproblemen, und wie kommt es dazu? „Von Schlafstörungen spricht man, wenn der Betroffene dreimal die Woche nach dem Zubettgehen eine halbe Stunde nicht einschlafen kann oder nach nächtlichem Erwachen eine halbe Stunde nicht wieder einschlafen kann. Dass man zwischendurch einmal für ein paar Minuten aufwacht, ist ja völlig normal“, erklärt Psychiater und Schlafexperte Manfred Walzl. Ursachen sind meistens familiäre oder berufliche Belastungen, und man sich nicht dazu in der Lage sieht, diese zu lösen. Man nimmt diese sprichwörtlich mit ins Bett. Walzl: „Der Schlaf ist der Spiegel der Seele. Geht es mir nicht gut, kann ich nicht schlafen und dadurch nicht regenerieren. Dabei ist der Schlaf die Schaltstelle des biologischen Verlaufs. Durch Schlaflosigkeit kommt es zu intellektuellen Einschränkungen und hormonellen Störungen.“

Schlaf ist die Schaltstelle des biologischen Verlaufs. Im Idealfall verbringen wir ein Drittel der Zeit eines ganzen Jahres im Bett.
Schlafmediziner Manfred Walzl

Am häufigsten sind in unserer Gesellschaft Lehrer von Schlafproblemen betroffen, gefolgt von Beamten mit 20 Prozent und Arbeitern mit 17 Prozent. Und: Jeder vierte tödliche Unfall auf Autobahnen ist durch Schlafmangel hervorgerufen, weiß der Fachmann. Prinzipiell zu unterscheiden ist zwischen organischen und nichtorganischen Schlafstörungen. Organische Ursachen sind zum Beispiel das Schnarchen oder die Schlafapnoe. In diesem Fall sind die Atemwege verlegt, es kann zu Atemstillständen kommen, welche lange andauern und zu einer Verringerung der Sauerstoffsättigung im Blut führen können. Andernfalls gibt es auch Menschen, die zum Beispiel durch Schädigungen im Gehirn, etwa nach einem Schlaganfall, auf das Atmen vergessen.

Egal, welche Ursache Schlafstörungen haben, diese gehören jedenfalls medizinisch abgeklärt. Denn eines ist völlig klar, und das gilt für die ganze Welt: „Es gibt kein Leben ohne Schlaf!“

Daten und Fakten:

• Lehrer sind mit 24 Prozent am häufigsten von Schlafproblemen betroffen
• Mindestens 30 Prozent der Bevölkerung leiden unter Schlafproblemen, jeder Zweite gelegentlich • Männer brauchen sieben, Frauen acht Stunden Schlaf.
• Im Schnitt kommen wir auf lediglich 6,5 Stunden – zu wenig! Schlafe ich nur vier Stunden, reagiere ich, als hätte ich 0,5 Promille intus
• Schätzungen zufolge gehen aufgrund von Schläfrigkeit 600 Milliarden Euro weltweit am Arbeitsmarkt verloren
• 20 Minuten Powernap steigert die Produktivität um bis zu 70 Prozent Die ideale Schlaftemperatur liegt bei 18 Grad

von Monika König-Krisper


10 Gebote des guten Schlafs

1. Decke den täglichen Schlafbedarf (Männer 7, Frauen 8 Stunden)
2. Schlafrituale einhalten – je öfter man zur selben Zeit zu Bett geht und wieder aufsteht, desto besser
3. Schlafstätte optimieren – Matratze sollte alle vier Jahre getauscht werden!
4. Umweltbedingungen verbessern – lärmarm, die optimale Schlaftemperatur liegt bei 18 Grad
5. Vermeide direkt vor dem Schlafen sportliche Betätigung
6. Ernährung anpassen – leichte Kost vor dem Schlafengehen
7. Am Tag wach bleiben, keinen ausgiebigen Mittagsschlaf
8. Stress und Spannung vermeiden
9. Alkohol und Zigaretten vermeiden
10. Suche bei Schlafstörungen einen Arzt auf


Wie schläfrig sind Sie im Alltag?

Beantworten Sie folgende Fragen nach Wahrscheinlichkeit. Nie = 0, Gering = 1, Mittel = 2, Hoch = 3

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie...
• im Sitzen beim Lesen einnicken oder einschlafen?
• beim Fernsehen einnicken oder einschlafen?
• im Kino, bei einem Vortrag oder im Theater einnicken oder einschlafen?
• als Beifahrer im Auto einnicken oder einschlafen, wenn die Fahrt länger als eine Stunde dauert?
• sich am Nachmittag hinlegen und einnicken oder einschlafen?
• im Zuge einer Unterhaltung mit jemandem im Sitzen einschlafen oder einnicken?
• nach dem Mittagessen – ohne Alkohol genossen zu haben – einnicken oder einschlafen?
• im Auto einschlafen, wenn verkehrsbedingt mehrere Minuten angehalten werden muss?

Nun zählen Sie Ihre Punkte zusammen.
0 bis 9 Punkte: Ihre Tagesschläfrigkeit ist im normalen Bereich. 10 bis 15 Punkte: Es liegt eine erhöhte Tagesschläfrigkeit vor. Sie sollten die Ursachen mit einem Arzt besprechen.
16 Punkte und mehr: Sie leiden unter einer ausgeprägten, exzessiven Tagesschläfrigkeit. Suchen Sie bitte zeitnah einen Arzt auf (z. B. einen Schlafmediziner oder Pneumologen), da dies ein deutlicher Hinweis auf Erkrankungen wie eine Schlafapnoe sein kann.