Anita Helmlingers Beschäftigung mit den Themen basiert auf ihrem eigenen Leidensweg: „Ich habe früher vieles auch ,Gesunde' nicht vertragen, ärztliche Untersuchungen blieben ohne Befund.“ Ein TCM-Kochkurs brachte die Wende: „Vom Grundsatz her ist damit nur regional, saisonal, überwiegend gekocht gemeint – und ich merkte sofort eine Besserung.“ Aber sie blieb hungrig, obwohl sie vollgegessen war, oder energielos. Zahlreiche einschlägige Ausbildungen später stieß die Weizerin auf die Lehre der Stoffwechseltypen, die seit rund 80 Jahren bekannt ist. Mittlerweile ist sie als „Die Müllerin“ als TCM-Ernährungsberaterin und Expertin für Stoffwechseltypen & Darmge- sundheit tätig.

„Man darf sich das so vorstellen, dass jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse an Makronährstoffen – Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett – hat, die es herauszuanalysieren gilt anstatt jedem die berühmte Ernährungspyramide überzustülpen“, erklärt sie. In ihren Beratungen findet sie durch gezielte Fragestellungen das Befinden nach unterschiedlichen Gerichten heraus und weist in Sachen unerklärliches Hungergefühl auf einen interessanten Zusammenhang hin: „Vor allem wer sich besonders gesund ernähren möchte, dessen Körper verlangt so lange nach Essen, bis er die Nährstoffe bekommt, die er wirklich braucht!“ Und eben deren förderliche Zusammensetzung lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Ähnlich verhält es sich bei Müdigkeit nach dem Essen.
Für eine starke Mitte

Hier kommt wieder die Ernährung nach TCM ins Spiel, die in der ursprünglichen Auslegung entgegen heutigen (europäischen) Annahmen auch weitaus stärker an tierischen Produkten orientiert war: „Den genetischen Fußabdruck des seinerzeitigen Jägers und Sammlers gibt es noch“, meint Helmlinger. Es gelte nun, die individuell passenden Lebensmittel auf bekömmliche und gut verdauliche Weise zuzubereiten, um die Transformation in für den Körper Verwertbares und den Abtransport des Auszuscheidenden zu gewährleisten. Lebensmittel haben nach TCM auch eine Thermik: „Kühlendes wie sommerliche Beeren oder ein winterlicher Schmortopf sind kein Zufall.“
Ein Anamnesegespräch kann vorhandene Dysbalancen aufdecken, ohne sich nur eines Symptoms zu widmen. Eine gesamtheitliche Betrachtung inklusive des Stimmungsbildes (Stichwort Stress) führt näher zur Ursache. Für die Linderung der Beschwerden macht man sich die Anwendung der Lebensmittel zunutze – und immer auch an Alltagstauglichkeit ausgerichtet.
von Monika Erkinger