Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass verschiedene Faktoren die Entstehung von Demenzerkrankungen begünstigen. Sogenannte Risikofaktoren sind Einflüsse oder Lebensumstände, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, im Laufe des Lebens an Demenz zu erkranken. In der Steiermark gibt es aktuell rund 21.000 Betroffene, die mit Demenz leben. 2050 werden es etwa 35.000 sein. Die Zahl der Menschen mit Demenz in der Steiermark steigt von heute bis 2050 somit um rund zwei Drittel. Dies ist zudem im Hinblick auf die Demenzprävalenzrate bedeutsam, zumal die Zahl der Menschen ab 65 Jahren in der Steiermark von heute bis 2050 um rund 50 Prozent auf etwa 384.000 steigt, was einem Anteil an der steirischen Bevölkerung von rund einem Drittel entsprechen wird. Dabei steigt die Zahl der Menschen ab 85 Jahren von heute bis 2050 um rund 150 Prozent auf ca. 89.000.
Risikofaktoren für Demenz sind vielfältig
Zu den Demenz-Risikofaktoren zählen soziale Isolation, eingeschränktes Hören und Sehen, körperliche Inaktivität, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, geringe Bildung, Luftverschmutzung, Schlafmangel und chronischer Stress, Kopfverletzungen, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, starkes Übergewicht sowie eine ungesunde Ernährung mit erhöhten Cholesterin- und Fettwerten. Aktuelle Studien zeigen, dass rund 45 % aller Demenzerkrankungen durch Reduktion von beeinflussbaren Risikofaktoren verzögert oder gar verhindert werden können. Bewusstseinsbildung und Prävention sind also zentrale Elemente für ein gesundes Altern. Vor diesem Hintergrund befasst sich Netzwerk Demenz Steiermark besonders mit Aufklärung, Wissenstransfer und Prävention und hat eine öffentliche Kampagne auf Basis der Österreichischen Demenzstrategie gestaltet.
Seit 2022 liegt die Umsetzung der österreichischen Demenzstrategie in der Steiermark in den Händen der Psychiatrie-/Demenz-Koordinationsstelle im Gesundheitsfonds Steiermark. Diese hat mit dem Netzwerk Demenz Steiermark (Needs) eine Taskforce gebildet, welche die Bedürfnisse und Perspektiven von Betroffenen sowie Familien mit dem ambulanten und stationären Bereich zusammenführt. Im Netzwerk wirken auch Angehörige mit. Es wird getragen vom Dachverband der Psychosozialen Dienste Steiermark sowie dem Krankenhaus der Elisabethinen Graz. Darüber hinaus erfolgt neben der Einbindung von Systempartnern ein regelmäßiger Austausch durch einen multiprofessionellen Fachbeirat, bestehend aus maßgeblichen Persönlichkeiten der entsprechenden Fachrichtungen, der auch die Perspektiven aus dem familiären Bereich integriert und der Qualitätssicherung dient.