Donald Trump macht, was Imperien immer tun: Er greift zu. Venezuelas Öl wird faktisch gekapert, Sanktionen werden nach Belieben verschoben, Interessen brutal durchgesetzt. Ergebnis? Europa wird noch abhängiger, noch erpressbarer, noch ohnmächtiger. Und währenddessen klopfen sich Brüssel und Berlin gegenseitig auf die Schulter und reden von „Werten“. Was für ein Hohn. Europa glaubt ernsthaft, es könne auf Augenhöhe mitreden mit den USA, mit Russland, mit China. Als ob Ursula von der Leyen, Friedrich Merz & Co. mehr wären als Statisten in einem Machtspiel, das andere längst entschieden haben. Man legt sich gleichzeitig mit Russland und den USA an – wirtschaftlich, diplomatisch, strategisch – und wundert sich dann über Energiekrisen, Inflation und politische Bedeutungslosigkeit. Wie verblödet muss man sein, um zu glauben, Moral würde Macht ersetzen? Europa hat keine eigene Energiepolitik, keine echte Außenpolitik, keine strategische Souveränität. Stattdessen: Kriegsrhetorik, Sanktionen, moralische Belehrungen – und am Ende zahlt die Bevölkerung die Rechnung. Für Waffen, für Gas, für politische Eitelkeiten. Trump handelt knallhart nach amerikanischen Interessen. Putin handelt nach russischen Interessen. China nach chinesischen. Nur Europa handelt gegen sich selbst. Und dann wundert man sich über Politikverdrossenheit, über Proteste, über den Vertrauensverlust. Vielleicht, weil die Menschen spüren, dass sie von einer Klasse regiert werden, die lieber Kriegsszenarien pflegt als Friedenslösungen denkt. Es wird Zeit für einen Machtwechsel in den Köpfen. Für Politiker, die in Richtungen schauen, statt in Ideologien zu denken. Für Diplomatie statt Dauerprovokation. Für Frieden statt permanenter Eskalation. Europa braucht keine Kriegsrhetoriker mit Anzug und EU-Logo. Europa braucht Realisten. Alles andere ist Selbstzerstörung mit moralischem Überbau.
Hans-Peter Hauer, Haid
Erschienen am Fr, 9.1.2026
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