Trotz der Tragödie dürfen wir Charlie Kirk nicht zum Märtyrer machen. Am 11. 9. ereignete sich ein tragischer Vorfall: Der rechte Aktivist Charlie Kirk wurde bei einer Veranstaltung an einer Universität aus vermutlich politischen Motivationen erschossen. Dies spiegelt die sehr angespannte politische Lage in den Vereinigten Staaten wider. Ein großer Teil der amerikanischen „Mainstream“-Medien zeichnet ihn nun – wahrscheinlich aus Respekt – als motivierten jungen Familienmenschen, der für die freie Meinungsäußerung sein Leben geben musste. Auch wenn es natürlich eine Tragödie ist, wenn eine Frau ihren Mann und zwei Kinder ihren Vater verlieren, wird leider nur selten zu den eigentlichen Meinungen von Kirk Stellung genommen. Kirk hat sich sehr oft, ob bei Debatten oder in Interviews, sehr stark rechts positioniert. Von der Formulierung, amerikanische Opfer von Waffengewalt seien ein „notwendiges Übel“, um den 2. Zusatzartikel zur US-Verfassung zu schützen, bis zur Kritik daran, dass Frauen heutzutage eine Karriere anstreben können, anstatt sich nur um den Haushalt und die Kinder zu kümmern, war alles dabei. Natürlich rechtfertigen seine kontroversen Meinungen keine politische Gewalt, diese sollte in einer funktionierenden Demokratie nie vorkommen. Aber in den Medien wird er jetzt als Märtyrer für freie Meinungsäußerung gefeiert, zuletzt von Donald Trump höchstpersönlich. In Österreich scheint die Berichterstattung zu ihm noch relativ objektiv – jedoch schleichen sich auch bei uns immer wieder Rechtsradikale ein, die versuchen, aus ihm einen Helden zu machen. Ob in den Kommentaren zu Berichten, die das frühzeitige Ableben Kirks besprechen, oder auf den Social-Media-Kanälen von rechts angesiedelten Parteien Österreichs – sie zielen alle auf dieselbe Sache ab: junge Menschen, die vor allem von sozialen Medien Nachrichten beziehen, in eine bestimmte Richtung zu lenken oder sie gar zu radikalisieren. Natürlich bietet sich diese Tragödie dafür besonders an: ein junger Mann, der für seine Meinung ermordet wurde. Deswegen würde ich mir wünschen, dass auch bei uns mehr Wert darauf gelegt wird, das Opfer trotz der furchtbaren Umstände als das darzustellen, was es war: ein Propagandist, der erzkonservative oder gar rechtsradikale Meinungen vertreten hat.
Nikolai Wieser, Wien
Erschienen am So, 14.9.2025
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