Seit Jahren geistert das Wort „Pensionsloch“ durch Medien und Politik – begleitet von Milliardenbeträgen und düsteren Prognosen. Doch ein genauer Blick zeigt: Unser solidarisches Pensionssystem ist stabil und keineswegs kurz vor dem Kollaps. Der Begriff Pensionsloch dient vor allem als Schreckgespenst – um Kürzungen zu rechtfertigen und den Boden für private Vorsorgemodelle zu bereiten. Tatsache ist: Wer arbeitet, zahlt ein – wer in Pension geht, bekommt Geld. Die meisten Beschäftigten zahlen mehr ein, als entnommen wird. Auch Pensionist/innen leisten durch Lohnsteuer jährlich Milliarden. Dennoch wird staatliche Unterstützung notwendig – nicht wegen eines Defizits, sondern weil das System solidarisch wirkt: Es finanziert auch Ausgleichszulagen, Reha, Witwen- und Waisenpensionen etc. Gerade bei den Beamtenpensionen wird getrickst: Ihre Pensionsbeiträge samt zusätzlichem Pensionssicherungsbeitrag von 1% und Dienstgeberanteile werden verschwiegen – so entsteht ein künstlich überhöhtes „Loch“. Laut dem EU-Ageing-Report 2021 steigt der Anteil der über 65-Jährigen in Österreich zwar von 18,2% (2013) auf 29,3% (2070). Die Pensionsausgaben im Verhältnis zum BIP erhöhen sich jedoch nur moderat – von 13,8% auf 14,3%. Das zeigt: Das Pensionssystem ist langfristig finanzierbar. Die geplante Reform der Regierung setzt auf längeres Arbeiten statt auf Gesundheit und Bildung – das ist weder sozial noch nachhaltig. Wer Vertrauen will, darf nicht mit Angst Politik machen.
Prof. Harry Kopietz Landtagspräsident a.D., Präsident d. Wiener Pensionistenverbandes
Erschienen am So, 4.5.2025
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